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- Brücken bauen - zwischen Fächern, Kunst und Schule
Im Rahmen unserer Kooperation mit dem Schlaun-Gymnasium Münster stand diesmal nicht die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern im Mittelpunkt, sondern das Kollegium selbst! Anlass war eine schulinterne Fortbildung zum Thema „Kulturelle Vernetzung“, bei der die Lehrkräfte die Sammlung Deilmann sowie die dahinterstehende Deilmann Stiftung näher kennenlernen konnten. Im Zentrum des Tages stand die Leitfrage: Wie kann die Zusammenarbeit mit der Sammlung Deilmann dazu beitragen, kulturelle Bildung am Schlaun weiter zu stärken? Lehrkräfte des Schlaun-Gymnasiums beweisen ihr Feingefühl beim modellieren von Miniaturbäumen. Kooperation weiter denken Ziel des Besuchs war es, die Zusammenarbeit zwischen Schule und Sammlung breiter aufzustellen. Bislang bestehen die intensivsten Berührungspunkte naturgemäß mit dem Fach Kunst. Der Fortbildungstag sollte jedoch bewusst auch Lehrkräfte einbinden, deren Fächer auf den ersten Blick weniger offensichtliche Schnittstellen zur Sammlung haben: Darunter Mathematik, Physik, Sport, Chemie, Deutsch oder Geschichte. Einführung und thematische Führung Der Vormittag begann mit einer Vorstellung der Stiftung, ihrer Zielsetzung sowie der angebundenen Kunstsammlung. Im Anschluss folgte eine kuratierte Führung durch unsere Räumlichkeiten, bei der gezielt Werke ausgewählt wurden, die interdisziplinäre Bezüge ermöglichen. Besondere Aufmerksamkeit erhielten dabei unter anderem das Werk " Edith " von Ella Littwitz sowie " Buried Sunshines Burn " von Julian Charrière: Littwitz Arbeit greift die biblische Figur von Lots Frau auf und verbindet die Erzählung mit gegenwärtigen politischen und religiösen Konflikten, insbesondere im Kontext von Israel und dem Gaza-Streifen. Dadurch eröffnen sich beispielsweise Anknüpfungspunkte zu Religion, Geschichte, Politik und Ethik. Charrières Arbeit hingegen verhandelt klimapolitische Fragestellungen. Zugleich spielt der Entstehungsprozess mit chemischen und naturwissenschaftlichen Verfahren, also ein idealer Zugang für den MINT-Unterricht! Schnell wurde deutlich, wie zeitgenössische Kunst komplexe Themenfelder berührt und als Ausgangspunkt fachübergreifender Diskussionen dienen kann. Praxisphase: Kreativer Workshop Im zweiten Teil der Fortbildung wurden die Lehrkräfte schließlich selbst aktiv. Hierfür wurde ein Workshop konzipiert, der künstlerische Praxis gezielt mit Bezügen zu unterschiedlichen Disziplinen verknüpfte. Ausgangspunkt bildete dabei die Idee, kreative Prozesse nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel verschiedener Fachperspektiven erfahrbar zu machen. So setzten sich die Teilnehmenden unter anderem mit physikalisch-technischen Prinzipien auseinander, indem sie eine selbsttragende Brücke nach dem Konstruktionsprinzip von Leonardo da Vinci entwickelten. Gleichzeitig entstanden kunsthistorische und kulturelle Bezüge durch die Gestaltung von Seerosen aus Origamipapier. Auch ein architektonischer Transfer zur Arbeit der Firmengruppe Deilmann wurde hergestellt, etwa durch den modellhaften Nachbau von Bäumen, wie sie in Planungs- und Visualisierungsprozessen Verwendung finden. Inspirationsquelle für den Workshop war das berühmte Brückenmotiv aus dem Werk des Impressionisten Claude Monet, dessen japanische Brücke von den Lehrkräften in vereinfachter Form gemeinschaftlich interpretiert und nachgebaut wurde. Ideenwerkstatt für zukünftige Zusammenarbeit Während der praktischen Arbeitsphase entwickelte sich ein intensiver Austausch darüber, wie zukünftige Kooperationen konkret gestaltet werden könnten. Zwischen Brückenkonstruktionen, Papierfaltungen und Modellbäumen wurde lebhaft darüber diskutiert, wie konkrete Kooperationen künftig aussehen könnten. Viele Ideen entstanden ganz spontan aus dem Moment heraus und wurden zum Abschluss gemeinsam gesammelt und festgehalten. Besonders häufig fiel der Blick auf Projektwochen und Projekttage, die sich als ideales Format anbieten: Sie schaffen Freiräume abseits des Lehrplans und ermöglichen es, die Sammlung aus ganz unterschiedlichen fachlichen Perspektiven zu erschließen. Inhaltlich reichten die Überlegungen von geschichtsdidaktischen Themen – etwa dem Spannungsfeld zwischen Kunstverboten in Kriegszeiten und der wiedergewonnenen künstlerischen Freiheit in der Nachkriegszeit – bis hin zu sprachlich-literarischen Zugängen im Fach Deutsch, beispielsweise durch Bildbeschreibungen oder kreative Schreibprozesse zu ausgewählten Werken. Auch naturwissenschaftliche Perspektiven wurden eingebracht, etwa im Fach Physik durch die Analyse fotografischer Arbeiten und ihrer technischen Grundlagen. Darüber hinaus entstanden zahlreiche weitere Ansätze, die von Sport bis Chemie reichten und das breite Potenzial einer interdisziplinären Zusammenarbeit eindrucksvoll verdeutlichten. Das Kollegium des Schlaun-Gymnasiums und unser Kulturbeauftragter präsentieren das Workshop-Ergebnis. Fazit Der Fortbildungstag hat einmal mehr gezeigt, wie viel Potenzial in der Zusammenarbeit zwischen Schule und der Sammlung Deilmann steckt, wenn man sie bewusst weiter denkt. Kunst wurde dabei nicht nur als ästhetisches Erlebnis erfahrbar, sondern als verbindendes Element zwischen ganz unterschiedlichen Fächern. Sie eröffnete Gesprächsanlässe, brachte neue Perspektiven ins Spiel und schuf Lernräume, die weit über den klassischen Unterricht hinausreichen. Mit vielen frischen Ideen, neuen Kontakten und spürbarer Aufbruchsstimmung blicken wir nun auf die nächsten gemeinsamen Projekte. Wir freuen uns darauf, die entstandenen Ansätze weiterzuentwickeln und die kulturelle Vernetzung Schritt für Schritt mit Leben zu füllen.
- Vom ersten Blick zur eigenen Reaktion: Ein Projekt nimmt Form an
Seit wir mit dem Schlaun Gymnasium zusammenarbeiten, passiert in unserer Sammlung einiges: Mit dem Projekt „Re+Aktion“ laden wir Schülerinnen und Schüler ein, Kunst nicht nur anzuschauen, sondern aktiv zu erleben und dabei ihren ganz eigenen Blick zu entwickeln. Schülerinnen und Schüler des Schlaun-Gymnasiums arbeiten ihre ersten Konzeptideen in der Sammlung Deilmann aus. Beim ersten Besuch ging es noch ziemlich frei zu: Die Schülerinnen und Schüler streiften durch die Räume, ohne dass wir ihnen erklärt hätten, was die Kunstwerke bedeuten oder wie sie entstanden sind. Die Leitfrage war simpel, aber herausfordernd: „Welches Werk ist für euch am meisten und welches am wenigsten Kunst?“ Die Antworten? Spannend und manchmal überraschend: „Für mich ist es keine Kunst, wenn man es einfach nachmachen kann“ oder „Es ist keine Kunst, wenn es langweilig ist.“ Schnell wurde klar, dass viele Kunst vor allem an Schwierigkeit, Technik, Bildlichkeit oder Aussage messen und nicht nur daran, wie sie aussieht. Danach startete die eigentliche Herausforderung: Jede:r suchte sich ein Werk aus und sollte darauf künstlerisch reagieren. Ohne Grenzen, frei nach den eigenen Ideen. Dabei ging es nicht nur um das Gestalten, sondern auch darum, den eigenen Kunstbegriff zu hinterfragen und zu überlegen, wie er sich mit dem „klassischen“ Kunstverständnis verbindet. Beim zweiten Besuch in der Sammlung wurden erste Entwürfe direkt vor den Originalwerken vorgestellt und gemeinsam besprochen. Im Mittelpunkt standen dabei weniger fertige Ergebnisse als vielmehr die zugrunde liegenden Ideen, Herangehensweisen und Fragestellungen. In der gemeinsamen Diskussion reflektierten die Schülerinnen und Schüler ihre Konzepte, gaben einander konstruktives Feedback und entwickelten ihre Gedanken weiter. Besonders aufschlussreich war, dass aus dem zunächst unvoreingenommenen Zugang Deutungen entstanden, die nicht zwingend der ursprünglichen Intention der Werke entsprachen, sich jedoch schlüssig aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler erklären ließen. Dadurch eröffneten sich neue Lesarten, die auch den Blick auf die Originalwerke veränderten und erweiterten. Der Austausch beschränkte sich dabei nicht nur auf die Besuche in der Sammlung. Auch wir als Sammlung Deilmann machten uns auf den Weg zum Schlaun Gymnasium und begleiteten die beiden Kurse im Kunstunterricht. Dabei ging es uns nicht allein darum, Impulse für neue Ideen zu geben, sondern die Schülerinnen und Schüler auf ihrem ganz eigenen Weg zum fertigen Kunstwerk zu unterstützen. Gemeinsam wurden künstlerische Konzepte weiterentwickelt, Entscheidungen geschärft und die Reaktionen auf die ausgewählten Werke vertieft. So verlagerte sich die Arbeit bewusst in den schulischen Alltag und machte den kreativen Prozess auch für uns kontinuierlich erlebbar. In den kommenden Unterrichtsstunden werden die Arbeiten nun weiter ausgearbeitet und vervollständigt. Anschließend folgt der nächste Schritt: Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern entsteht ein kuratorisches Konzept, das die einzelnen Reaktionen miteinander in Beziehung setzt. Ziel ist es, die entstandenen Werke nicht nur für sich stehen zu lassen, sondern sie in einer gemeinsamen Ausstellung zusammenzuführen: Als sichtbares Ergebnis eines offenen, dialogischen und kreativen Prozesses.
- Lernen mit Originalen: Bildungspartnerschaft mit dem Wilhelm-Hittorf-Gymnasium gestartet
Wie kann Kunstunterricht lebendig, aktuell und erfahrbar werden? Eine mögliche Antwort darauf ist unsere frisch geschlossene Bildungspartnerschaft mit dem Wilhelm-Hittorf-Gymnasium in Münster. Gemeinsam möchten wir kulturelle Bildung stärken und Schülerinnen und Schülern ermöglichen, zeitgenössische Kunst nicht nur theoretisch, sondern unmittelbar zu erleben. Andreas Deilmann und Thorsten Korfsmeier unterzeichnen in Anwesenheit eines Kunst-Grundkurses des WHGs die Bildungspartnerschaft Zum Auftakt der Kooperation besuchten Schulleiter Thorsten Korfsmeier , Kunstlehrerin Barbara Thomas mit ihrem Kunst-Grundkurs sowie Jessica Koch-Grabowski (Koordination Kooperationen am WHG) die Sammlung Deilmann. Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung ging es für die Schülerinnen und Schüler direkt in die Praxis: Die Begegnung mit den originalen Werken stand im Mittelpunkt – als Ausgangspunkt für eigene Beobachtungen, Fragen und kreative Reaktionen. Fotografie im Fokus Der Kunst-Grundkurs beschäftigt sich im aktuellen Halbjahr intensiv mit dem Medium der Fotografie . Im Zentrum steht die Frage, wie Wirklichkeit in Bildern konstruiert wird, unter anderem anhand der Werke von Jeff Wall , aber auch im Vergleich mit fotografischen Positionen von Thomas Struth und Andreas Gursky . Als inhaltliche Vorbereitung auf den Besuch diente Struths bekannte Museumsbilder -Serie, die Menschen beim Betrachten von Kunst zeigt. Dieser „Blick auf den Blick“ erwies sich als inspirierender Impuls: Vor Ort griffen die Schülerinnen und Schüler das Motiv auf und setzten ihre eigene Begegnung mit den Werken der Sammlung fotografisch und kreativ in Szene. Vielfalt fotografischer Positionen Zu Beginn des Besuchs haben wir drei ausgewählte fotografische Arbeiten aus der Sammlung vorgestellt: Von Ella Littwitz , Julian Charrière und Julius von Bismarck . Gemeinsam wurde diskutiert, wie unterschiedlich Fotografie heute aussehen kann: mal dokumentarisch, mal experimentell, mal so, dass das Medium auf den ersten Blick kaum zu erkennen ist. Auch die inhaltlichen Ebenen der Werke zeigten, wie vielfältig fotografische Praxis sein kann. Mehr als ein Besuch Die Bildungspartnerschaft geht dabei bewusst über einzelne Besuche hinaus. Neben der Begleitung von Unterrichtsreihen sind auch gemeinsame Ausstellungsprojekte , pädagogische und wissenschaftliche Zusammenarbeit sowie Angebote zur Berufsorientierung im Kulturbereich , etwa durch Praktika, geplant. Ziel ist es, langfristig Lernräume zu schaffen, in denen Kunst nicht nur betrachtet, sondern aktiv erfahren, reflektiert und mitgestaltet werden kann. Die Kooperation mit dem Wilhelm-Hittorf-Gymnasium ist damit ein weiterer Schritt, kulturelle Bildung nachhaltig zu verankern und jungen Menschen Einblicke in die vielfältigen Möglichkeiten zeitgenössischer Kunst und Kulturarbeit zu eröffnen. Wir freuen uns auf die kommenden Begegnungen, Projekte und Perspektiven
- Ein gelungener Auftakt: Rückblick auf unsere Vernissage zu „#3 – Diskurse der Malerei“
Was für ein Nachmittag! Am 29. November 2025 haben wir nicht nur unsere neue Ausstellung „#3 – Diskurse der Malerei“ eröffnet, sondern gleichzeitig auch die frisch erweiterten Räume der Sammlung Deilmann eingeweiht. Rund 80 Gäste waren dabei – und sorgten für eine warme, lebendige Atmosphäre, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Schon beim Eintreten war spürbar: Hier beginnt etwas Neues. Die renovierten Räume, der zusätzliche Ausstellungsraum und der neue Rundgang durch die Sammlung geben den Werken nicht nur mehr Platz – sie schaffen auch neue Blickwinkel. Viele unserer Besucherinnen und Besucher nutzten den Tag, um direkt einmal den kompletten Rundgang zu testen. Cornelius Völker im Mittelpunkt – und ein besonderer Gast aus Berlin Zum Auftakt unserer neuen Ausstellungsreihe stand der Maler Cornelius Völker im Zentrum. Seine Arbeiten werden bis Ende Februar 2026 zu sehen sein, bevor weitere künstlerische Positionen die Räume übernehmen. Völker war zur Vernissage persönlich anwesend, ebenso Klaus Gerrit Friese , Galerist der Berliner Galerie Friese , mit der die Präsentation in dieser Form möglich wurde. Herr Friese hielt eine spannende, inhaltlich dichte Einführung in Völkers Werk – und zeigte eindrucksvoll, warum dessen Blick auf das Alltägliche in der Malerei bis heute relevant ist. Viele Gäste nahmen diesen Impuls mit auf ihren Rundgang und entdeckten Details, die ihnen sonst entgangen wären. Kunst, Gespräche und kleine Köstlichkeiten Bei Getränken und Fingerfood blieb reichlich Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen: über Malerei, über die neuen Räume, über persönliche Lieblingswerke – und natürlich darüber, was diese Ausstellungsreihe im Laufe des kommenden Jahres noch bereithalten wird. Denn „#3 – Diskurse der Malerei“ ist kein Projekt, das stehen bleibt. Der Raum wird immer wieder neu kuratiert, Positionen werden wechseln, und mit ihnen auch die Perspektiven. Wer wiederkommt, wird Neues entdecken – versprochen. Besuch geplant? Wir freuen uns! Unsere Öffnungszeiten: Dienstag–Donnerstag, 12 – 16 Uhr; Samstag, 12–16 Uhr Gruppen können sich gern für Führungen anmelden: contact@sammlungdeilmann.de Wir bedanken uns bei allen, die den Auftakt so besonders gemacht haben – und freuen uns auf viele weitere Begegnungen in den kommenden Monaten!
- Sammlung Deilmann: nicht nur Kulturort, sondern jetzt auch Bildungspartner
Manchmal entstehen Partnerschaften, bei denen sofort klar ist, dass sie passen. Genau so ein Moment war es, als wir gemeinsam mit dem Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium Münster unsere erste Bildungspartnerschaft besiegelt haben. Eine Schule wie das Schlaun-Gymnasium, die in Münster mit ihrem klaren kulturellen Profil herausragt, trifft auf eine öffentliche Kunstsammlung, die selbst anders gewachsen ist als klassische Museumsinstitutionen. Hinter der Sammlung Deilmann stehen persönliche Geschichten und ein Verständnis von Kunst, das Nähe sucht statt Distanz. Genau deshalb passen wir so gut zusammen. Für uns ist es eine besondere Ehre, mit dem Schlaun-Gymnasium unsere erste Bildungspartnerschaft zu beginnen. v. l. n. r.: Lisa Gorschlueter (Vorsitzende der Fachschaft Kunst), Sabine Langenberg (Schulleitung), Andreas Deilmann (Vorstandsvorsitzender der Deilmann Stiftung) und Justin Schwirz (Kulturbeauftragter der Deilmann Stiftung) Diese Kooperation ist für beide Seiten ein echtes Herzensprojekt. Die gemeinsame Idee dahinter ist klar: Schülerinnen und Schüler sollen Kunst nicht nur im Lehrbuch begegnen, sondern im Raum, vor dem echten Werk, mitten in einem künstlerischen Umfeld. Das schärft den Blick, erweitert den Horizont und macht Kultur plötzlich ganz konkret erfahrbar. Warum das so wichtig ist Andreas Deilmann hat es bei der Unterzeichnung schön formuliert: Junge Menschen bewegen sich heute in einer Welt voller Informationen, Bilder, Reize und Erwartungen. Kunst kann da zu einem Anker werden. Sie schafft Momente der Ruhe, des Staunens, des kritischen Nachdenkens. Und genau das möchten wir ermöglichen: Räume, in denen Schülerinnen und Schüler sich ausprobieren, Fragen stellen und ihren eigenen Zugang zu Kultur entwickeln dürfen. Los geht’s: Das Projekt „Re+Aktion“ Damit es nicht bei schönen Worten bleibt, startet die Partnerschaft direkt mit einem Projekt, das uns ziemlich begeistert: „Re+Aktion“ . Gemeinsam mit der Kunstfachschaft des Schlaun-Gymnasiums haben wir ein Format entwickelt, bei dem zwei Oberstufenkurse sich intensiv mit Kunst und ihren eigenen Wahrnehmungsmustern auseinandersetzen. Was löst ein Kunstwerk in mir aus? Welche Bedeutung erschließt sich erst im Austausch? Wie verändert sich mein Blick, wenn ich selbst aktiv werde? Der Höhepunkt ist so schön wie mutig: Die Schülerinnen und Schüler entwickeln eine eigene künstlerische Reaktion auf ein Werk aus unserer Sammlung. Diese Ergebnisse präsentieren wir anschließend in einer temporären Ausstellung – sichtbar, ernst genommen und gleichwertig neben etablierten Positionen. Für viele Schülerinnen und Schüler ist das eine enorme Motivation. Lisa Gorschlüter aus der Kunstfachschaft bringt es auf den Punkt: „Kulturelle Bildung wird lebendig, wenn Schüler*innen nicht nur konsumieren, sondern selbst gestalten dürfen.“ Ein Anfang mit viel Zukunft Diese Partnerschaft soll nicht von kurzer Dauer sein. Wir planen Workshops, weitere gemeinsame Ausstellungen, wissenschaftliche Formate und regelmäßigen Austausch . Uns ist wichtig, diese Zusammenarbeit organisch wachsen zu lassen – Schritt für Schritt, immer entlang der Frage: Was brauchen junge Menschen, um Kunst wirklich zu erleben und nicht nur zu betrachten? Für Schulleiterin Sabine Langenberg steht fest: „Kunst kann den Blick auf die Welt verändern und das möchten wir unseren Schülerinnen und Schülern ermöglichen.“ Dem können wir uns nur anschließen. Unser Fazit Die Bildungspartnerschaft mit dem Schlaun-Gymnasium ist ein großer Schritt für uns. Sie zeigt, was möglich wird, wenn ein Kulturort sich öffnet – für neue Generationen, neue Fragen, neue Perspektiven. Wir freuen uns sehr auf das, was kommt. Auf viele spannende Projekte. Auf neugierige Köpfe. Und auf die kreativen Reaktionen, die junge Menschen in unsere Räume tragen werden.
- Kunststudierende der Universität Osnabrück zu Besuch in der Sammlung Deilmann
Heute durfte die Sammlung Deilmann eine Exkursionsgruppe der Universität Osnabrück in Münster begrüßen. Die Studierenden des Fachbereichs Kunst und Kunstpädagogik unternehmen im Rahmen ihres Studiums regelmäßig Besuche an bedeutende Kulturorte der Region – und machten dabei erstmals Halt in den erweiterten Ausstellungsflächen der Sammlung. Studierende des Instituts für Kunst und Kunstpädagogik der Universität Osnabrück besuchen die Sammlung Deilmann bei ihrer Exkursion nach Münster. Beim Rundgang führte Justin Schwirz, Kulturbeauftragter der Deilmann Stiftung und Absolvent des Masterstudiengangs Kunst und Kommunikation der Universität Osnabrück, durch die aktuellen Präsentationen. Aufgrund des gemeinsamen Studiengangs bot der Besuch eine ideale Gelegenheit, nicht nur die ausgestellte Kunst und die Arbeit der Stiftung näherzubringen, sondern auch gemeinsam über berufliche Perspektiven nach dem Studium zu sprechen. Dabei wurde deutlich, welchen wertvollen Beitrag Kulturstiftungen wie die Deilmann Stiftung sowohl für die lokale Kulturlandschaft als auch für die Aus- und Weiterbildung zukünftiger Kulturfachkräfte leisten – sei es durch Ausstellungen, Vermittlungsangebote oder praxisnahe Einblicke in die kuratorische und organisatorische Arbeit. Die Sammlung Deilmann freut sich sehr über das Interesse und den inspirierenden Austausch mit dem künstlerischen Nachwuchs. Besuch erwünscht! Die Sammlung steht allen Besucherinnen und Besuchern offen – der Eintritt ist frei . Auch Gruppen sind herzlich willkommen und können sich kurzfristig für eine persönliche Führung anmelden. Wir freuen uns zudem, wenn uns weitere Universitäten, Schulen oder andere Gruppen für einen Besuch oder eine individuelle Führung kontaktieren. Anfragen können jederzeit unkompliziert per E-Mail an contact@sammlungdeilmann.de gestellt werden!
- Rückblick: Unser Schauraum 2025
Der Schauraum 2025 liegt hinter uns – und wir blicken mit großer Freude und Dankbarkeit auf ein intensives, inspirierendes Wochenende zurück. Ruppe Koselleck und Andreas Deilmann Ein besonderes Highlight war die Intervention von Ruppe Koselleck , der unsere Sammlungsräume kurzerhand in sein Büro zur „ feindlichen Übernahme von BP“ verwandelte. Dahinter steckt ein vielschichtiges künstlerisches Konzept: Ruppe gestaltete vor Ort entwertete Papieraktien, indem er sie mit Rohöl bemalt – Rohöl, das er an Stränden rund um die Welt sammelt, bevorzugt dort, wo Ölkatastrophen geschehen sind. Diese kleinen Kunstwerke verkaufte er anschließend und wird mit den Erlösen reale Aktien des Ölkonzerns BP erwerben. Sein erklärtes Ziel: eines Tages genügend Anteile zu besitzen, um den Konzern zerschlagen und so ein Zeichen für den Schutz der Umwelt setzen zu können. Mit dieser Aktion brachte er nicht nur Humor und Ironie, sondern auch ernsthafte ökologische Fragestellungen in unsere Räume. Über 800 Besucherinnen und Besucher haben sich während des Schauraums auf die Auseinandersetzung mit seiner Kunst eingelassen, diskutiert, gelacht und reflektiert – ein lebendiger Austausch, der uns nachhaltig beeindruckt hat. Besonders gefreut hat uns auch die positive Resonanz auf unsere digitalen Führungen : Über QR-Codes im begleitenden Ausstellungsheft konnten die Besucherinnen und Besucher vertiefende Hintergrundinformationen zu den ausgestellten Werken abrufen. Ein Angebot, das neugierig genutzt und als willkommene Ergänzung zum Ausstellungsbesuch geschätzt wurde. Im Anschluss an den Schauraum haben wir uns zudem entschieden, ein Werk von Ruppe Koselleck in unsere Sammlung aufzunehmen: „Das Rosa Stück vom Kuchen“ . Das Gemälde entstand mit Rohöl, das an vier unterschiedlichen St(r)andorten gesammelt wurde, und bleibt uns nun als eindrucksvolles Erinnerungsstück an diesen besonderen Tag erhalten. Unser Dank gilt allen, die diesen Schauraum möglich gemacht haben: Ruppe Koselleck für seine eindrucksvolle Kunstaktion, den Kulturvermittlerinnen, die im Rahmen des Kulturrucksacks Kinder und Eltern zu uns geführt haben, sowie der Agentur Patterson+Schade, dem Stadtmarketing und dem Kulturamt Münster für die großartige Organisation und Unterstützung. Wir nehmen viele bereichernde Eindrücke aus diesen Tagen mit – und freuen uns schon jetzt auf den Schauraum 2026! Presseartikel in der WN
- Julian Charrière im Museum Tinguely
Kleiner Reisetipp für den Sommer: Julian Charrière ist wieder unterwegs – und dieses Mal taucht er tief ab. Wer sich zwischen Juni und November 2025 in Basel aufhält, sollte sich eine Reise in die verborgene Welt der Ozeane nicht entgehen lassen. Wir freuen uns immer, wenn Künstlerinnen und Künstler, deren Werke Teil unserer Sammlung sind, neue spannende Projekte realisieren. Besonders freut es uns dieses Mal, dass Julian Charrière, dessen Werk Buried Sunshines Burn , 2V.7JX (2023) in unserer Sammlung Deilmann zu finden ist, eine bedeutende Einzelausstellung bekommt. Julian Charrière in Basel: Midnight Zone im Museum Tinguely Vom 11. Juni bis zum 2. November 2025 zeigt das Museum Tinguely in Basel seine umfassende Ausstellung Midnight Zone . Die Schau widmet sich den verborgenen Tiefen unserer Ozeane und der Frage, wie der Mensch die Welt bewohnt und von ihr geformt wird. Mit Fotografien, Skulpturen, Installationen und neuen Filmarbeiten erforscht Charrière die komplexe Beziehung zwischen Wasser, Klimasystemen und menschlichem Einfluss. Von den Strömungen des Rheins bis zu den unerforschten Weiten der Weltmeere wird hier ein facettenreiches Bild des Wassers als Medium der Erinnerung, der Veränderung und der Zerstörung gezeichnet. Seine Arbeiten laden dazu ein, den Blick unter die Wasseroberfläche zu richten, in eine Welt, die für viele verborgen bleibt. Wie beeinflusst unser Verhalten das fragile Gleichgewicht der Ozeane? Welche Spuren hinterlassen wir? Midnight Zone verknüpft wissenschaftliche Forschung mit künstlerischer Vision und fordert uns auf, die Unterwasserwelt mit neuen Augen zu betrachten. Für alle, die sich für Kunst, Wissenschaft und das große Blau begeistern – Midnight Zone ist eine Ausstellung, die man gesehen haben muss. Wir freuen uns darauf, Charrières Werke in einem neuen Kontext zu entdecken – sehen wir uns in Basel? Midnight Zone Museum Tinguely, Basel , 11. Juni – 2. November 2025 Mehr Informationen gibt es auf der Website des Museums. Über Julian Charrière Julian Charrière bewegt sich zwischen Kunst, Wissenschaft und Anthropologie, um die Beziehung zwischen Mensch und Natur auf poetische und kritische Weise zu erforschen. Geboren 1987 in Morges, Schweiz, und ausgebildet an der École cantonale d’art du Valais sowie am Institut für Raumexperimente unter Olafur Eliasson, ließ er sich in Berlin nieder, wo er seine unverwechselbare künstlerische Praxis entwickelte. Seine Arbeiten entstehen oft an außergewöhnlichen Orten wie Gletschern, Vulkanen oder ehemaligen Atomtestgeländen. Werke wie Metamorphism , das Elektroschrott mit künstlicher Lava zu geologischen Formationen verschmilzt, oder Towards No Earthly Pole , das die Polarregionen neu beleuchtet, sind eindringliche Kommentare zur Zeitlichkeit und Fragilität unseres Planeten. Charrière verbindet philosophische Tiefe mit visueller Intensität und wurde international ausgestellt, etwa im MASI Lugano, Dallas Museum of Art und der Berlinischen Galerie. In der Sammlung Deilmann repräsentiert er eine künstlerische Perspektive, die unser Verhältnis zur Umwelt mit intellektueller Präzision und ästhetischer Kraft hinterfragt. Julian Charrière in der Sammlung Deilmann: Buried Sunshines Burn, 2V.7JX
- Jetzt online: Andreas Deilmann im Podcast „Lecker KUNST“
Was macht eine Kunstsammlung wirklich aus? Welche Geschichten stecken hinter den Werken? Und wie kann ein einziges Detail die Bedeutung eines Kunstwerks verändern? Andreas Deilmann im Podcast von Michael Nolte Michael Nolte, Macher des Podcasts „Lecker KUNST: leicht verständlich!“, war zu Gast in der Sammlung Deilmann und sprach mit Andreas Deilmann über genau diese Fragen. Beim Rundgang durch die Räume ging es um die Idee hinter der Sammlung, um Kunst im öffentlichen Raum – und um eine Entdeckung, die für Aufsehen sorgte: eine jahrzehntelang verborgene Signatur in einem Warhol-Porträt. Ein Bild, das seit langem Teil der Sammlung ist – und doch vor wenigen Monaten eine unerwartete Enthüllung bereithielt. Als Experten der Warhol Foundation aus New York die Sammlung besuchten, fiel ihnen ein Detail auf, das über 30 Jahre lang verborgen geblieben war : eine Signatur des Künstlers. Was bedeutet das für die Sammlung? Und wie verändert eine solche Entdeckung die Perspektive auf ein Werk? Darüber spricht Deilmann im Podcast. Kunst im öffentlichen Raum und ein neuer Preis für Kunst am Bau Doch nicht nur die Warhol-Entdeckung sorgte für Gesprächsstoff. Nolte und Deilmann sprachen auch über Kunst im öffentlichen Raum – und die besondere Verantwortung einer Sammlung, Kunst für alle zugänglich zu machen. Ein Thema, das für Deilmann eine persönliche Bedeutung hat: Sein Vater, der Architekt Harald Deilmann , setzte sich früh dafür ein, dass Kunst nicht nur in Museen, sondern auch im städtischen Raum eine Rolle spielt. Diese Überzeugung führt die Sammlung nun weiter – mit einer neuen Initiative: einem eigenen Kunst am Bau Preis , der künftig verliehen wird. Welche Idee dahinter steckt und warum Kunst am Bau heute aktueller ist denn je, erfahrt ihr in der Folge. Claes Oldenburgs „Giant Pool Balls“ – ein Wahrzeichen mit Geschichte Natürlich durfte auch eines der bekanntesten Kunstwerke Münsters nicht fehlen: Claes Oldenburgs „Giant Pool Balls“ . Jeder kennt sie, aber kaum jemand weiß, dass die Sammlung Deilmann den Originalentwurf dieses ikonischen Werks besitzt. Wie das Werk 1977 als Teil der ersten Skulptur Projekte Münster in die Stadt kam und warum es bis heute ein zentraler Bestandteil des künstlerischen Stadtbilds ist, darüber sprechen Nolte und Deilmann ebenfalls. 🎧 Eine Folge voller spannender Kunstgeschichten, überraschender Einblicke und neuer Perspektiven. Jetzt online Andreas Deilmann über Rosa Barba Andreas Deilmann und Michael Nolte – die Begrüßung
- Ein Maßstab für die Erinnerung – Alicja Kwade schafft neuen Gedenkort in München
Wie misst man Erinnerung? In Zahlen? In Jahren? In der Tiefe eines Schmerzes? Alicja Kwade stellt Fragen, die sich nicht in exakten Einheiten beantworten lassen. In ihrer Kunst verschiebt sie Maßstäbe, löst Gewissheiten auf und lässt Raum für neue Perspektiven. In der Sammlung Deilmann ist sie mit Meta Meter vertreten – einem Werk, das einen alltäglichen Gegenstand, einen Messstab, aus seinem gewohnten Kontext reißt und ihn neu befragt. Ein einfacher Maßstab auf Papier, eingerahmt. Und doch ein Werk, das die Grenzen von Realität und Konstruktion verschiebt. Am ehemaligen Flughafentower – Studio Kwade Nun setzt Kwade ein noch unübersehbareres Zeichen. In München hat sie eine mehr als acht Meter hohe Metallskulptur geschaffen – ein Mahnmal für einen Terroranschlag, der sich ins kollektive Gedächtnis der Stadt und darüber hinaus eingebrannt hat. „München-Riem 1970“ heißt der neue Erinnerungsort, der am 10. Februar 2025 eröffnet wurde. Ein Terrorakt, der alles veränderte 10. Februar 1970. Ein Flug der israelischen Airline El Al steht am Flughafen München-Riem. Dann fallen Schüsse, eine Handgranate wird geworfen. Arie Katzenstein , israelischer und deutscher Staatsbürger, handelt instinktiv: Er wirft sich auf die Granate und rettet damit das Leben anderer Passagiere – auf Kosten seines eigenen. Elf Menschen werden schwer verletzt. Es ist der erste einer Reihe gezielter Terrorakte gegen jüdische und israelische Bürger in Deutschland. 55 Jahre später erinnern sich viele nicht mehr an diesen Tag. Andere haben ihn nie vergessen. Nun, mit Alicja Kwades Skulptur, wird die Erinnerung neu verankert. Vor dem ehemaligen Tower des Flughafens erhebt sich ihre monumentale Metallarbeit – ein stilles, aber kraftvolles Zeichen gegen das Vergessen. Die Kunst des Messens – und des Erinnerns Kwades Werke drehen sich oft um unsere Wahrnehmung von Zeit, Raum und Gewicht. Sie hinterfragt das, was wir für gegeben halten: Was bedeutet es, etwas zu messen? Was bedeutet es, etwas festzuhalten? Und was geschieht, wenn sich Maßstäbe verschieben? "Meta Meter" von Alicja Kwade, 2021 (Sammlung Deilmann) In der Sammlung Deilmann setzt sich Meta Meter mit diesen Fragen auseinander – wenn auch in ganz anderer Dimension. Hier ist es ein einfacher Messstab, auf Papier montiert, gerahmt. Dort, in München nun aber, ist es eine massive Metallskulptur, die sich gegen den Himmel reckt. Und doch sprechen beide Werke dieselbe Sprache: Sie machen sichtbar, was sonst unsichtbar bleibt. Erinnerung ist nie abgeschlossen Gedenken ist kein statischer Akt. Es ist Bewegung. Ein Auseinandersetzen. Ein Hinterfragen. Alicja Kwade schafft mit ihrer Kunst Räume, die genau das ermöglichen – sei es mit einem schlichten Messstab oder einer gewaltigen Skulptur. Dass sie nun für den Erinnerungsort München-Riem 1970 ausgewählt wurde, unterstreicht nicht nur ihre Bedeutung als Künstlerin, sondern zeigt auch, wie wichtig es ist, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen. 📍 Mehr über Alicja Kwade und ihr Werk in der Sammlung Deilmann erfahren Sie hier. Alicja Kwade Alicja Kwade (geb. 1979 in Katowice, Polen) zählt zu den einflussreichsten zeitgenössischen Künstlerinnen. Ihre Werke hinterfragen Wahrnehmung, physikalische Gesetzmäßigkeiten und gesellschaftliche Strukturen. Sie arbeitet mit Materialien wie Metall, Glas, Stein und industriellen Objekten, die sie in neue Bedeutungszusammenhänge setzt. Neben der Sammlung Deilmann sind ihre Arbeiten weltweit in renommierten Museen und Sammlungen vertreten, darunter das MoMA New York, die Neue Nationalgalerie Berlin und das LACMA in Los Angeles. Visualisierung: Studio Kwade










