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Vom Ausprobieren zum Ausstellen: RE+AKTION geht in die nächste Runde

  • vor 22 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Es gibt Neuigkeiten aus dem Projekt Re+Aktion – und die können sich (bald) sehen lassen: Alle künstlerischen Arbeiten der Schülerinnen und Schüler des Schlaun Gymnasiums sind fertiggestellt. Ein großer Schritt!

Inzwischen haben die Werke ihren Weg in die Sammlung Deilmann gefunden, wo sie aktuell eingelagert werden. Doch das ist längst nicht das Ende, sondern vielmehr der Übergang in die vielleicht spannendste Phase des Projekts: die Ausstellungsvorbereitung!


Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern wird jetzt an einem kuratorischen Konzept gearbeitet. Es geht also nicht nur darum, Kunstwerke „aufzuhängen“, sondern darum, eine Geschichte zu erzählen: Wie sind die Arbeiten entstanden? Welche Gedanken stecken dahinter? Und wie lassen sich die unterschiedlichen Perspektiven miteinander in Beziehung setzen?


Geplant ist, das Projekt mit einer feierlichen Vernissage abzuschließen. Ein genaues Datum steht noch nicht fest, wird aber bald folgen. Es lohnt sich also, dran zu bleiben.



Mehr als ein Schulprojekt

Was Re+Aktion so besonders macht, zeigt sich vor allem zwischen den einzelnen Projektphasen. Denn hier geht es um weit mehr als nur das Ergebnis.

Als öffentliche Kunstsammlung ist es uns ein zentrales Anliegen, Mut zu machen. Mut, sich auf Kunst einzulassen. Und vor allem: Mut, selbst kreativ zu werden und die eigenen Ideen auch zu zeigen.

Das klingt selbstverständlich, ist es aber längst nicht mehr. Wir leben in einer Welt, die stark von Perfektionismus und Außendarstellung geprägt ist. Alles soll „fertig“, „durchdacht“ und möglichst makellos sein. Genau das schafft enorme Hemmschwellen, gerade bei jungen Menschen. Die eigene Kreativität wird schnell hinterfragt oder gar nicht erst zugelassen.


Ein Moment aus dem Projekt hat das besonders deutlich gemacht: Einige Schülerinnen und Schüler erkannten bestimmte Werke aus der Sammlung zunächst nicht als „Kunst“ an – schlicht, weil sie sich selbst zutrauen würden, etwas Ähnliches zu erschaffen.


Was auf den ersten Blick fast wie ein Kompliment klingt, zeigt bei genauerem Hinsehen ein grundlegendes Problem: Kunst wird oft als etwas verstanden, das über uns steht. Etwas, das nur „besondere“ Menschen erschaffen oder verstehen können. Wenn man es sich selbst zutraut, kann es scheinbar keine „echte“ Kunst sein.

Genau hier versuchen wir mit Re+Aktion anzusetzen.


Kunst neu denken

Das Projekt hat für uns greifbar gemacht, wie viel Bildungsarbeit noch notwendig ist, um eingefahrene Kunstbegriffe aufzubrechen. Es geht darum, ein neues Selbstverständnis zu entwickeln. Eines, in dem Kunst nicht exklusiv ist, sondern uns allen gehört. Kunst entsteht überall dort, wo Menschen sich trauen, ihre Perspektive sichtbar zu machen. Wir sehen Re+Aktion als kleinen Schritt in Richtung einer Kulturlandschaft, die genau das nicht nur behauptet, sondern aktiv lebt und fördert. Eine Kulturlandschaft, in der Kunst nicht über uns steht, sondern mit uns wächst.


Mit der kommenden Ausstellung wird dieses gemeinsame Arbeiten nun sichtbar und wir sind gespannt, wie die Besucherinnen und Besucher darauf reagieren werden. Eines ist jetzt schon klar: Es geht hier nicht nur um fertige Werke, sondern um einen Prozess, der bewegt.

Sammlung Deilmann

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