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Brücken bauen - zwischen Fächern, Kunst und Schule

  • vor 15 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit

Im Rahmen unserer Kooperation mit dem Schlaun-Gymnasium Münster stand diesmal nicht die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern im Mittelpunkt, sondern das Kollegium selbst! Anlass war eine schulinterne Fortbildung zum Thema „Kulturelle Vernetzung“, bei der die Lehrkräfte die Sammlung Deilmann sowie die dahinterstehende Deilmann Stiftung näher kennenlernen konnten.

Im Zentrum des Tages stand die Leitfrage: Wie kann die Zusammenarbeit mit der Sammlung Deilmann dazu beitragen, kulturelle Bildung am Schlaun weiter zu stärken?


Lehrkräfte des Schlaun-Gymnasiums beweisen ihr Feingefühl beim modellieren von Miniaturbäumen.
Lehrkräfte des Schlaun-Gymnasiums beweisen ihr Feingefühl beim modellieren von Miniaturbäumen.

Kooperation weiter denken

Ziel des Besuchs war es, die Zusammenarbeit zwischen Schule und Sammlung breiter aufzustellen. Bislang bestehen die intensivsten Berührungspunkte naturgemäß mit dem Fach Kunst. Der Fortbildungstag sollte jedoch bewusst auch Lehrkräfte einbinden, deren Fächer auf den ersten Blick weniger offensichtliche Schnittstellen zur Sammlung haben: Darunter Mathematik, Physik, Sport, Chemie, Deutsch oder Geschichte.


Einführung und thematische Führung

Der Vormittag begann mit einer Vorstellung der Stiftung, ihrer Zielsetzung sowie der angebundenen Kunstsammlung. Im Anschluss folgte eine kuratierte Führung durch unsere Räumlichkeiten, bei der gezielt Werke ausgewählt wurden, die interdisziplinäre Bezüge ermöglichen. Besondere Aufmerksamkeit erhielten dabei unter anderem das Werk "Edith" von Ella Littwitz sowie "Buried Sunshines Burn" von Julian Charrière:

Littwitz Arbeit greift die biblische Figur von Lots Frau auf und verbindet die Erzählung mit gegenwärtigen politischen und religiösen Konflikten, insbesondere im Kontext von Israel und dem Gaza-Streifen. Dadurch eröffnen sich beispielsweise Anknüpfungspunkte zu Religion, Geschichte, Politik und Ethik.

Charrières Arbeit hingegen verhandelt klimapolitische Fragestellungen. Zugleich spielt der Entstehungsprozess mit chemischen und naturwissenschaftlichen Verfahren, also ein idealer Zugang für den MINT-Unterricht!

Schnell wurde deutlich, wie zeitgenössische Kunst komplexe Themenfelder berührt und als Ausgangspunkt fachübergreifender Diskussionen dienen kann.


Praxisphase: Kreativer Workshop

Im zweiten Teil der Fortbildung wurden die Lehrkräfte schließlich selbst aktiv. Hierfür wurde ein Workshop konzipiert, der künstlerische Praxis gezielt mit Bezügen zu unterschiedlichen Disziplinen verknüpfte. Ausgangspunkt bildete dabei die Idee, kreative Prozesse nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel verschiedener Fachperspektiven erfahrbar zu machen. So setzten sich die Teilnehmenden unter anderem mit physikalisch-technischen Prinzipien auseinander, indem sie eine selbsttragende Brücke nach dem Konstruktionsprinzip von Leonardo da Vinci entwickelten. Gleichzeitig entstanden kunsthistorische und kulturelle Bezüge durch die Gestaltung von Seerosen aus Origamipapier. Auch ein architektonischer Transfer zur Arbeit der Firmengruppe Deilmann wurde hergestellt, etwa durch den modellhaften Nachbau von Bäumen, wie sie in Planungs- und Visualisierungsprozessen Verwendung finden.


Inspirationsquelle für den Workshop war das berühmte Brückenmotiv aus dem Werk des Impressionisten Claude Monet, dessen japanische Brücke von den Lehrkräften in vereinfachter Form gemeinschaftlich interpretiert und nachgebaut wurde.




Ideenwerkstatt für zukünftige Zusammenarbeit

Während der praktischen Arbeitsphase entwickelte sich ein intensiver Austausch darüber, wie zukünftige Kooperationen konkret gestaltet werden könnten. Zwischen Brückenkonstruktionen, Papierfaltungen und Modellbäumen wurde lebhaft darüber diskutiert, wie konkrete Kooperationen künftig aussehen könnten. Viele Ideen entstanden ganz spontan aus dem Moment heraus und wurden zum Abschluss gemeinsam gesammelt und festgehalten. Besonders häufig fiel der Blick auf Projektwochen und Projekttage, die sich als ideales Format anbieten: Sie schaffen Freiräume abseits des Lehrplans und ermöglichen es, die Sammlung aus ganz unterschiedlichen fachlichen Perspektiven zu erschließen.


Inhaltlich reichten die Überlegungen von geschichtsdidaktischen Themen – etwa dem Spannungsfeld zwischen Kunstverboten in Kriegszeiten und der wiedergewonnenen künstlerischen Freiheit in der Nachkriegszeit – bis hin zu sprachlich-literarischen Zugängen im Fach Deutsch, beispielsweise durch Bildbeschreibungen oder kreative Schreibprozesse zu ausgewählten Werken. Auch naturwissenschaftliche Perspektiven wurden eingebracht, etwa im Fach Physik durch die Analyse fotografischer Arbeiten und ihrer technischen Grundlagen. Darüber hinaus entstanden zahlreiche weitere Ansätze, die von Sport bis Chemie reichten und das breite Potenzial einer interdisziplinären Zusammenarbeit eindrucksvoll verdeutlichten.


Das Kollegium des Schlaun-Gymnasiums und unser Kulturbeauftragter präsentieren das Workshop-Ergebnis.
Das Kollegium des Schlaun-Gymnasiums und unser Kulturbeauftragter präsentieren das Workshop-Ergebnis.

Fazit

Der Fortbildungstag hat einmal mehr gezeigt, wie viel Potenzial in der Zusammenarbeit zwischen Schule und der Sammlung Deilmann steckt, wenn man sie bewusst weiter denkt. Kunst wurde dabei nicht nur als ästhetisches Erlebnis erfahrbar, sondern als verbindendes Element zwischen ganz unterschiedlichen Fächern. Sie eröffnete Gesprächsanlässe, brachte neue Perspektiven ins Spiel und schuf Lernräume, die weit über den klassischen Unterricht hinausreichen.

Mit vielen frischen Ideen, neuen Kontakten und spürbarer Aufbruchsstimmung blicken wir nun auf die nächsten gemeinsamen Projekte. Wir freuen uns darauf, die entstandenen Ansätze weiterzuentwickeln und die kulturelle Vernetzung Schritt für Schritt mit Leben zu füllen.

Sammlung Deilmann

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