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Künstler

Ella Littwitz

Werk

Edith

Inventar-Nr.

AD-0043

Datierung

2022

Format

90 x 200 cm (x2)

Material

Scanned, point cloud, archival pigment print

Merkmale

Edition 3/5 + 2 AP

Provenienz

Privatsammlung Andreas Deilmann

Über das Werk

Ella Littwitz (*1982 in Haifa, Israel) beschäftigt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit Fragen von Grenzen, deren Entstehung und Veränderung sowie mit den politischen, historischen und kulturellen Bedeutungen, die ihnen zugeschrieben werden. Ihre Werke greifen häufig auf reale Objekte, Dokumente oder Landschaftselemente zurück, die sie aus ihrem ursprünglichen Kontext löst und in neue, poetische Zusammenhänge stellt. Das Werk Edith bezieht sich auf die biblische Figur der Frau von Lot – in manchen Überlieferungen „Edith“ genannt. Laut der Erzählung aus dem 1. Buch Mose wurde sie, weil sie beim Verlassen der Stadt Sodom zurückblickte, in eine Salzsäule verwandelt. Eine große Salzformation am Berg Sodom in Israel wird bis heute traditionell mit dieser Figur in Verbindung gebracht. Für Edith hat Littwitz ein digitales 3D-Bild dieser Salzsäule erstellt, das durch eine Drohnenaufnahme aus 80 Metern Höhe entstanden ist. Aus diesem Datenmaterial fertigte sie zwei spiegelverkehrte Pigmentdrucke, die einander in separaten Rahmen gegenüberstehen. So scheint es, als blicke die Salzsäule sich selbst an – eine Konfrontation mit der eigenen Geschichte und Identität. Diese Anordnung eröffnet symbolische Lesarten: Ein Blick ist unweigerlich „rückwärts“ gerichtet, verhaftet in Vergangenheit und Erinnerung; der andere richtet sich nach innen oder nach vorn – ein Moment der Selbstreflexion. Littwitz verbindet hier Mythologie und Geografie, Geschichte und Gegenwart, um Fragen über menschliche Natur, Schuld und die Möglichkeit der Erneuerung zu stellen.

Über das Werk - in kindgerechter Sprache

Die Künstlerin Ella Littwitz kommt aus Israel und macht Kunst über Grenzen – zum Beispiel Ländergrenzen oder Grenzen in unseren Köpfen. Für ihr Werk Edith hat sie eine besondere Geschichte aus der Bibel genommen: Die Frau von Lot. In der Geschichte sollten Lot und seine Familie aus der Stadt Sodom fliehen. Sie durften nicht zurückschauen – aber Lots Frau drehte sich trotzdem um. Dafür, so erzählt es die Bibel, verwandelte sie sich in eine Salzsäule. In Israel gibt es wirklich eine große Salzsäule, die viele Menschen „Lots Frau“ nennen. Ella Littwitz hat diese Säule mit einer Drohne fotografiert und daraus am Computer ein 3D-Bild gemacht. Dieses Bild hat sie zweimal gedruckt – einmal normal und einmal wie im Spiegel. Die beiden Bilder hängen sich nun gegenüber, als würden sie sich gegenseitig anschauen. So sieht es aus, als würde die Salzsäule sich selbst in die Augen sehen – und vielleicht darüber nachdenken, was damals passiert ist. Die Künstlerin möchte damit sagen: Es ist wichtig, sich an die Vergangenheit zu erinnern und daraus zu lernen. Aber man sollte nicht nur zurückschauen. Wenn man immer nur in der Vergangenheit lebt, kann man keine neue Zukunft gestalten. Beides ist wichtig – Erinnerung und der Blick nach vorne.

Über das Werk - in einfacher Sprache

Ella Littwitz ist eine Künstlerin aus Israel. In ihrer Kunst geht es oft um Grenzen – zum Beispiel Grenzen von Ländern. Sie fragt sich: Wer zieht Grenzen? Warum zieht man Grenzen? Wie verändern Grenzen das Leben von Menschen? Für das Werk Edith hat sie sich eine Geschichte aus der Bibel ausgesucht: Die Frau von Lot. In der Geschichte verlässt sie die Stadt Sodom. Sie durfte dabei nicht zurückschauen. Sie hat es aber doch getan. Dafür wurde sie in eine Salzsäule verwandelt. In Israel gibt es bis heute eine große Salzsäule. Die Salzsäule steht in der Nähe vom Berg Sodom. Viele Menschen glauben, dass die Säule Lots Frau ist. Ella Littwitz hat diese Säule mit einer Drohne fotografiert. Mit einem Computer hat sie ein 3D-Bild aus dem Foto erstellt. Dieses Bild hat sie zweimal gedruckt – einmal normal und einmal gespiegelt. Sie hängen einander gegenüber, sodass die Säule sich selbst ansieht. Die Künstlerin will damit sagen: Die Vergangenheit ist wichtig für die Zukunft. Wir sollen aus der Vergangenheit lernen.

Ella Littwitz

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