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- CORNELIUS VÖLKER
VÖLKER 2 Blüten Künstler Cornelius Völker Werk Blüten Inventar-Nr. AD-0069 Datierung 2024 Format 160 x 240 cm Material Öl auf Leinwand Merkmale Signiert Provenienz 2025 Galerie Friese 2025 Privatsammlung Andreas Deilmann Über das Werk Wie auf einer Wasseroberfläche scheinen leuchtend rote und helle Blüten und Blätter auf dem großformatigen Gemälde still und besonnen dahinzugleiten. Doch auf der Oberfläche spiegeln sich nicht nur die Blüten selbst: Unter dem Wasser leuchten verschwommene Farbflächen auf, die einen ganzen Blütenregen erahnen lassen und die Erinnerung an ein Blumenstilleben wachrufen. Handelt es sich tatsächlich um eine Reflexion - oder vielmehr um eine Illusion? Oder ist es ein fantastisches Spiel der Farben? Cornelius Völker ist ein Meister im Umgang mit Farbe. Farbe meint bei ihm nicht nur das Medium, mit dem er die gegenständliche Welt darstellt, die in all seinen Werken sein Ausgangspunkt ist. Farbe entwickelt bei ihm ein Eigenleben und wird zum Ausdruck ihrer selbst. So wirkt der weißgelbe Blütenkelch mit seinem pastosen Farbauftrag beinahe haptisch greifbar, während das kleine, grünliche Blatt - mit schwungvollem Pinselstrich gemalt - sich scheinbar auf der Bildoberfläche zusammenrollt. Zugleich suggeriert der ruhige, streifige Pinselduktus des Hintergrunds eine Flächigkeit mit ungeahnten Tiefen , aus der sich die Blüten räumlich erheben. In Cornelius Völkers Gemälden begegnen sich Gegenständlichkeit und Abstraktion und fordern von uns eine Reflexion über das Wesen der Malerei. Über das Werk - in kindgerechter Sprache Auf dem großen Gemälde sieht es so aus, als würden bunte Blüten und Blätter ruhig auf dem Wasser treiben. Manche Farben scheinen zu leuchten, andere wirken wie Spiegelungen unter der Wasseroberfläche. Man weiß gar nicht genau: Ist das wirklich eine Spiegelung? Oder ist es nur ein Trick? Oder einfach ein fröhliches Spiel der Farben? Der Künstler Cornelius Völker kann ganz besonders gut mit Farben umgehen. Für ihn sind Farben nicht nur dazu da, Dinge so darzustellen, wie sie in echt aussehen. Er lässt die Farben selbst zu kleinen Hauptfiguren werden. Der weißgelbe Blütenkelch sieht zum Beispiel so aus, als könnte man ihn fast anfassen. Und das kleine grüne Blatt wirkt, als würde es sich direkt auf dem Bild zusammenrollen – so schwungvoll ist es gemalt. Im Hintergrund hat der Künstler die Farbe in ruhigen Streifen aufgetragen, sodass die Fläche gleichzeitig flach und tief aussieht. Dadurch scheinen die Blüten ein Stück aus dem Bild herauszutreten. In den Bildern von Cornelius Völker treffen Dinge, die man gut erkennen kann, und Formen, die fast wie Träume wirken, zusammen. Seine Gemälde laden uns ein, darüber nachzudenken, was Malerei alles sein kann. Über das Werk - in einfacher Sprache Dies ist ein Bild von dem Künstler Cornelius Völker. Auf dem Bild sieht man bunte Blüten und Blätter. Die Blüten und Blätter wirken, als würden sie auf Wasser schwimmen. Unter den Blüten sehen Sie weitere Farben. Die Farben sehen aus wie Schatten oder Spiegelungen im Wasser. Man weiß nicht genau: Sind es echte Spiegelungen? Oder sind es nur besondere Farben? Der Künstler entscheidet das nicht genau. Man muss selbst überlegen. Cornelius Völker arbeitet sehr gern mit Farben. Farben sind für ihn sehr wichtig. Die Farben zeigen nicht nur eine Sache. Die Farben haben für ihn ein eigenes Leben. Eine Blüte ist weiß und gelb. Die Farbe ist sehr dick auf dem Bild. Sie sieht so aus, als könnte man sie anfassen. Ein kleines Blatt ist grün. Es sieht aus, als würde es sich einrollen. Der Hintergrund hat ruhige Streifen. Die Streifen wirken gleichzeitig flach und tief. Die Blüten wirken dadurch echter. Cornelius Völker malt oft so. Er malt Dinge, die man gut erkennen kann. Und er mal Dinge, die wie Farbfelder aussehen. Beides in einem Bild. Beides gehört zusammen. Cornelius Völker Voriges Werk Alle Werke Nächstes Werk
- RUPPRECHT GEIGER
GEIGER Rotes Rund Künstler Rupprecht Geiger Werk Rotes Rund Inventar-Nr. AD-0023 Datierung 1963 Format 146 x 131 cm Material Öl auf Leinwand Merkmale Signiert und datiert verso auf der Leinwand unten links: Geiger 63. Provenienz Van Ham Privatsammlung Andreas Deilmann Rupprecht Geiger Voriges Werk Alle Werke Nächstes Werk
- YVES KLEIN
Yves Klein Klein in der Sammlung DEILMANN Ein Künstler, der Farbe zum Raum machte: Yves Klein verwandelt mit seinem ikonischen International Klein Blue und Performances wie Le Vide Kunst in pure Erfahrung. Seine radikalen Ideen und seine Suche nach dem Unendlichen machen ihn zu einer prägenden Stimme in der Sammlung Deilmann. Anna Deilmann, Kuratorin der Sammlung DEILMANN Yves Klein Der Künstler, der den Himmel signierte – Yves Klein schuf mit seinen radikalen Ideen eine neue Dimension der Kunst. Bereits als 18-Jähriger erklärte er den blauen Himmel über Nizza zu seinem ersten und größten „Monochrom“, ein Sinnbild für die Unendlichkeit und das Immaterielle, das ihn sein Leben lang prägte. Klein war nicht nur Maler, sondern auch Performancekünstler, Philosoph und Visionär. Sein unverkennbares International Klein Blue (IKB), ein intensives Ultramarinblau, das er 1960 patentieren ließ, wurde zum Symbol seines Werks und zugleich zu einem Medium für seine Suche nach dem Unfassbaren. Seine Kunst reichte von monochromen Gemälden und Schwammreliefs bis hin zu Performances wie der legendären „Anthropometrie der Blauen Epoche“, bei der er den menschlichen Körper selbst als Pinsel nutzte. Die Ausstellung Le Vide in der Pariser Galerie Iris Clert (1958), ein leerer, geweißter Raum, brachte das Konzept der Leere als Kunstwerk auf den Punkt. Als Mitbegründer des Nouveau Réalisme hinterfragte er die Grenzen der traditionellen Kunst und beeinflusste maßgeblich die Konzeptkunst. Yves Kleins Werk ist ein Dialog zwischen Materie und Immaterialität, zwischen Farbe und Raum. Er experimentierte mit Elementen wie Feuer, Wasser und Luft, schuf blaue Schwammreliefs für das Musiktheater in Gelsenkirchen und entwarf Kosmogonien, die der Natur ausgesetzt waren. Mit nur 34 Jahren starb er früh, doch sein Vermächtnis als Wegbereiter einer Kunst, die über das Sichtbare hinausgeht, bleibt zeitlos und inspirierend. Das Unsichtbare sichtbar machen – Yves Kleins Kunst wurzelt in Ideen, die weit über Leinwände und Räume hinausreichen. Mystik und Philosophie waren sein Fundament: Die Lehren der Rosenkreuzer inspirierten ihn, das Unendliche zu suchen, während Gaston Bachelards Gedanken über die Imagination und den Himmel sein Blau als Symbol der Transzendenz prägten. Doch Klein dachte auch durch den Körper. Judo, das er in Japan studierte, schärfte seinen Blick für Bewegung und Raum. Diese Verbindung von geistiger und körperlicher Disziplin formte nicht nur seine Performances, sondern auch sein Konzept von Kunst als Einheit von Materie und Idee. Für Klein waren Himmel und Erde nicht getrennt, sondern ein fließender Übergang – ein Raum, in dem seine Kunst lebendig wurde. Zwischen Himmel und Erde Wenn Blau sein Medium war, dann waren Schwämme, Feuer und Regen seine Werkzeuge. Yves Klein nutzte Materialien, die so lebendig und grenzenlos wirkten wie seine Vision. Mit Schwämmen schuf er Reliefs und Skulpturen, die organisch und fast atmend erschienen – wie eingefangene Bewegungen der Natur. Seine Feuerbilder, bei denen er mit Flammen malte, ließen die rohe Energie des Elements sichtbar werden, während seine Kosmogonien, die den Kräften von Regen, Wind und Sonne ausgesetzt waren, die Spuren der Natur auf der Leinwand einfingen. Klein dachte Kunst über ihre traditionelle Form hinaus. Materialien waren für ihn nicht statisch, sondern ein Teil eines größeren, oft flüchtigen Prozesses. Jedes Werk wurde so zu einer Schnittstelle zwischen Kunst und Natur, zwischen Kontrolle und Zufall – ein Experiment, das die Grenzen des Machbaren neu definierte. Grenzenlose Materialien In nur 34 Jahren schuf Yves Klein ein Vermächtnis, das die Kunstwelt nachhaltig veränderte. Als Mitbegründer des Nouveau Réalisme setzte er neue Maßstäbe, indem er die Grenzen zwischen Kunst und Leben auflöste und Alltägliches in den künstlerischen Kontext hob. Seine radikalen Ideen – von monochromen Gemälden bis zu Performances wie Le Vide oder seinem berühmten Sprung in die Leere – beeinflussten die Konzeptkunst und inspirierten Künstlergenerationen. Klein verstand Kunst als mehr als Objekt – für ihn war sie Erfahrung, Idee und Transformation. Sein Fokus auf das Immaterielle und seine Nutzung unkonventioneller Materialien machten ihn zu einem Vorreiter der Gegenwartskunst. Obwohl sein Leben tragisch kurz war, bleibt sein Einfluss grenzenlos: Yves Klein hat die Kunst nicht nur bereichert, sondern neu definiert. Ein radikales Vermächtnis in der Sammlung Deilmann Künstler der Sammlung Voriger Künstler Alle Künstler Nächster Künstler •1955: Propositions Monochromes in der Galerie Colette Allendy, Paris. •1957: Ausstellung in der Galerie Alfred Schmela, Düsseldorf, wo er die deutschen Künstler Heinz Mack und Otto Piene kennenlernte. •1958: Le Vide in der Galerie Iris Clert, Paris – eine legendäre Ausstellung, bei der die Galerie vollständig leer war und dennoch 3000 Besucher anzog. •1960: Teilnahme an der Monochrome und Feuer Ausstellung im Museum Haus Lange, Krefeld. •1961: Yves Klein: Monochrome und Feuer im Museum Haus Lange, Krefeld. •1962: Teilnahme an der Biennale von Venedig, wo er den französischen Pavillon gestaltete. •1983: Retrospektive im Centre Georges Pompidou, Paris. •2004: Ausstellung in der Schirn Kunsthalle Frankfurt. •2020: Yves Klein: Der Himmel als Atelier im Centre Pompidou-Metz. •2023: Yves Klein, l’infini bleu im Atelier des Lumières, Paris. Ausstellungen Eine Farbe, die Grenzen sprengt: Yves Klein verwandelte Blau in eine universelle Sprache. Sein International Klein Blue (IKB), entwickelt 1955 und 1960 patentiert, war mehr als nur ein Farbton – es war eine Vision. Mit einer Formel, die das Pigment leuchtend und lebendig hielt, schuf er Werke, die den Betrachter nicht nur ansprachen, sondern förmlich verschlangen. In seinen Händen wurde Blau zu einem Medium des Immateriellen, eine Einladung in das Unendliche. Ob in seinen monochromen Gemälden, den Schwammreliefs oder performativen Werken wie der Anthropometrie der Blauen Epoche – IKB wurde zum Synonym für Kleins Idee von Kunst als Erfahrung, nicht als Objekt. Dieses Blau, das Himmel und Meer einfängt, hat nicht nur die Wahrnehmung von Farbe verändert, sondern auch die Kunstwelt revolutioniert. Ein Blau verändert die Welt Ein leerer Raum, ein blauer Abdruck, ein Sprung ins Nichts – Yves Klein definierte Kunst als Erlebnis jenseits des Greifbaren. Mit Performances wie Le Vide (1958) in der Galerie Iris Clert, wo ein vollständig leerer, geweißter Raum als das Kunstwerk selbst präsentiert wurde, oder der Anthropometrie der Blauen Epoche (1960), bei der er mit blauer Farbe bemalte Modelle als lebende Pinsel einsetzte, sprengte er die Vorstellung von Kunst als Objekt. Kleins Performances waren mehr als spektakulär – sie waren Manifestationen seiner Philosophie. Der berühmte Sprung in die Leere (1960), bei dem er sich scheinbar schwerelos durch den Raum bewegte, symbolisierte seine Suche nach dem Immateriellen. Jede dieser Aktionen verband seine Überzeugung, dass Kunst nicht nur gesehen, sondern gespürt werden muss, mit einer radikalen Neudefinition des künstlerischen Schaffens. Kleins Performances öffneten Türen zu einer neuen, konzeptuellen Dimension der Kunst, die bis heute nachwirkt. Performances & Konzepte
- ANDY WARHOL
Andy Warhol Warhol in der sammlung DEILMANN Andy Warhols Arbeiten zeigen, wie Kunst zur Reflexion über Konsum und Massenproduktion wird. Mit seinem spielerischen Umgang mit Siebdruck und Popkultur bringt er eine subversive und zugleich provokante Perspektive in die Sammlung ein. Anna Deilmann, Kuratorin der Sammlung DEILMANN Andy Warhol Andy Warhol (1928–1987) gilt als Ikone der Pop-Art und revolutionierte die Kunstwelt mit seiner Beschäftigung mit Massenproduktion, Konsumkultur und Prominenz. Nach einem Studium am Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh zog er nach New York, wo er als Illustrator arbeitete, bevor er in den 1960er Jahren mit Siebdrucktechniken und ikonischen Motiven wie Campbell’s Suppendosen, Coca-Cola-Flaschen und Porträts von Marilyn Monroe weltberühmt wurde. Warhols Arbeiten hinterfragen die Grenze zwischen Kunst und Kommerz und setzten neue Maßstäbe für zeitgenössische Kunst. Neben seiner bildenden Kunst war Warhol ein Pionier in der Film- und Musikszene, betrieb das Studio „The Factory“ und wurde durch seine enge Zusammenarbeit mit Künstlern, Musikern und Schauspielern zum zentralen Akteur der New Yorker Avantgarde. Seine Werke spiegeln den Zeitgeist einer sich immer stärker medialisierenden Welt wider. Warhol starb 1987 in New York. Andy Warhols Werke erzielen auf dem Kunstmarkt bis heute Rekordpreise und unterstreichen seine herausragende Stellung in der Kunstwelt. Hier sind einige der bemerkenswertesten Erfolge: •Teuerstes Werk Shot Sage Blue Marilyn (1964), eines seiner ikonischen Porträts von Marilyn Monroe, wurde im Mai 2022 bei Christie’s für 195 Millionen US-Dollar verkauft. Es ist eines der teuersten Kunstwerke der Moderne und das teuerste Werk eines amerikanischen Künstlers. •Frühere Rekorde Silver Car Crash (Double Disaster) (1963), ein Werk aus seiner Death and Disaster-Serie, erzielte 2013 bei Sotheby’s 105,4 Millionen US-Dollar und war damals ein Rekord für Warhol. •Beliebteste Serie Die Campbell’s Soup Cans zählen zu Warhols bekanntesten Werken. Eine vollständige Serie von 32 Leinwänden befindet sich heute im Museum of Modern Art (MoMA) in New York, wo sie zu den beliebtesten Exponaten gehört. •Museumsausstellungen Warhols Werke sind weltweit in den renommiertesten Museen vertreten, darunter das Andy Warhol Museum in Pittsburgh, das größte Museum der Welt, das einer Einzelperson gewidmet ist. •Kulturelle Reichweite Warhols Zitat „In the future, everyone will be world-famous for 15 minutes“ ist eines der bekanntesten Kunstzitate und prägt die Popkultur bis heute. Rekorde •Lob und Anerkennung Warhols bahnbrechender Einsatz von Massenmedien und Konsumgütern als Kunst wurde von postmodernen Kritikern gefeiert. Sie sahen in ihm einen Künstler, der die Beziehung zwischen Kunst, Kommerz und Gesellschaft neu definierte. Seine Werke wurden als tiefgründige Reflexionen über die moderne Kultur gelobt, die Konsum und Berühmtheit zugleich feiern und hinterfragen. •Kritische Stimmen Zeitgenössische Kritiker wie Clement Greenberg und Harold Rosenberg warfen Warhol vor, die Kunst zu trivialisieren und sich der Kulturindustrie zu unterwerfen. Klaus Honnef bemerkte, dass Warhol nichts Neues erfunden habe außer der Kunstfigur Andy Warhol selbst. •Ambivalente Interpretationen Dieter Buchhart wies auf die bis heute ungelöste Frage hin, ob Warhols Arbeiten die Konsumgesellschaft affirmativ oder ironisch-kritisch behandeln. Für Philip Ursprung war Warhol ein „Business Artist“, der das Bild eines Künstlers prägte, der „permanent zu Diensten steht“ – eine Herausforderung für die traditionelle Vorstellung des autonomen Künstlers. •Gesellschaftliche Relevanz Kritiker aus der Gegenkultur, wie die Beatniks und Vertreter der Studentenbewegung, sahen in Warhols Werk eine subversive Kritik an der Überflussgesellschaft. Seine Arbeiten wurden als ironische Auseinandersetzung mit den Stars des Showgeschäfts interpretiert. Warhols Werk bleibt aufgrund seiner Ambivalenz spannend: Zwischen Kritik, Verehrung und Kontroverse fordert es Betrachter und Kritiker gleichermaßen heraus, sich mit der Beziehung von Kunst, Gesellschaft und Kommerz auseinanderzusetzen. Kritiken Andy Warhols Einfluss auf die Kunstwelt ist unbestreitbar und reicht weit über die Pop-Art hinaus. Seine innovative Nutzung von Massenmedien und Konsumkultur als künstlerische Themen prägt nachfolgende Künstlergenerationen bis heute. •Aufhebung von Grenzen Warhol eliminierte die traditionellen Grenzen zwischen Hoch- und Populärkultur. Diese Öffnung inspirierte Künstler wie Jeff Koons, Damien Hirst und Takashi Murakami, die ebenfalls mit Konsum, Berühmtheit und kulturellen Symbolen arbeiten. •Kunst und Kommerz Warhols Selbstinszenierung als „Business Artist“ machte den wirtschaftlichen Aspekt der Kunstproduktion zum integralen Bestandteil seiner Werke. Dieses Konzept beeinflusste Künstler, die heute gezielt ihre Marke und Marktpräsenz nutzen, wie Banksy oder Ai Weiwei. •Experimentelle Mediennutzung Sein interdisziplinärer Ansatz, von Malerei über Film bis hin zu Musik, eröffnete neue Wege für multimediale Kunstformen und Performance. Künstlerkollektive und Medienkünstler setzen Warhols Ideen in interaktiven und digitalen Kontexten fort. •Gesellschaftlicher Kommentar Warhols Arbeiten hinterfragen Konsum, Medien und Berühmtheit. Diese kritische Haltung gegenüber der modernen Gesellschaft hat sich in der zeitgenössischen Kunst als zentrales Thema etabliert. •Institutionelles Erbe Mit der Gründung des Andy Warhol Museums in Pittsburgh wird sein Werk für kommende Generationen bewahrt und zugänglich gemacht. Es bleibt ein zentraler Ort, um Warhols bahnbrechenden Beitrag zur Kunst und Kultur zu erkunden. Warhols Vermächtnis liegt nicht nur in seinen Werken, sondern in seiner Fähigkeit, Kunst und Leben miteinander zu verschmelzen. Sein Einfluss ist in der zeitgenössischen Kunst allgegenwärtig und bleibt ein entscheidender Bezugspunkt für die Auseinandersetzung mit den Themen unserer Zeit. Vermächtnis in der Sammlung Deilmann Künstler der Sammlung Voriger Künstler Alle Künstler Nächster Künstler Andy Warhols Werke polarisieren und faszinieren bis heute. In der Kunstwelt etablierte er sich als Symbol der Pop-Art und als Künstler, der konsequent die Grenzen zwischen Kunst und Kommerz aufhob. Seine Motive, wie die Campbell’s Suppendosen oder Porträts von Marilyn Monroe, wurden nicht nur zu Ikonen der modernen Kunst, sondern auch zu Spiegelbildern einer konsumgetriebenen Gesellschaft. Während Kritiker wie Clement Greenberg und Harold Rosenberg Warhols Arbeiten als oberflächlich und Teil der Kulturindustrie abtaten, feierte die postmoderne Kunstkritik seine Bejahung der Konsumkultur und die Gleichstellung trivialer und autonomer Kunst. Die gegenkulturelle Bewegung der 1960er Jahre, darunter Beatniks und Studenten, sah in seinen Werken eine ironische Kritik an der Überflussgesellschaft und den Stars der Unterhaltungsindustrie. Warhols Selbstbezeichnung als „Business Artist“ wurde ambivalent aufgenommen: Einerseits als Kritik an der Kunst als Ware, andererseits als vollständige Identifikation mit der Konsumgesellschaft. Diese Ambivalenz macht ihn zu einer der prägendsten und umstrittensten Persönlichkeiten der Kunst des 20. Jahrhunderts. Seine Werke sind ein zeitloser Kommentar auf die Beziehung zwischen Kunst, Kommerz und Identität. Wahrnehmung & Bedeutung •Campbell’s Soup Cans (1962) Diese Serie von 32 Leinwänden, die verschiedene Sorten von Campbell’s Suppen zeigt, symbolisiert Warhols Faszination für Konsumprodukte und Massenproduktion. Die Wiederholung des Motivs hebt die alltägliche Suppendose in den Status eines Kunstwerks und regt zur Reflexion über die Verbindung von Kunst und Kommerz an. •Marilyn Diptych (1962) Das ikonische Werk zeigt 50 Porträts von Marilyn Monroe, basierend auf einem Pressefoto aus dem Film Niagara. Die linke Seite ist in lebendigen Farben gehalten, die rechte verblasst monochrom, was Vergänglichkeit und die Mechanisierung von Berühmtheit thematisiert. Es ist sowohl eine Feier als auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Kult um Stars. •Silver Car Crash (Double Disaster) (1963) Diese großformatige Leinwand aus der Death and Disaster-Serie zeigt ein verdoppeltes Bild eines Autounfalls, überlagert von silbernem Siebdruck. Das Werk reflektiert Warhols Faszination für Katastrophenbilder und deren mediale Verbreitung, wobei die ästhetische Distanzierung eine beunruhigende Spannung schafft. Hauptwerke •Malerei und Siebdruck Warhols bekannteste Werke entstanden in diesen beiden Disziplinen. Mithilfe der Siebdrucktechnik vervielfältigte er ikonische Motive wie Campbell’s Suppendosen oder Marilyn Monroe-Porträts, um die Mechanisierung der Kunstproduktion und den Einfluss der Massenmedien zu thematisieren. Seine farbintensiven und wiederholten Motive machten ihn zur zentralen Figur der Pop-Art. •Film Warhol schuf avantgardistische Filme, die häufig von einer radikalen Reduktion und einem dokumentarischen Stil geprägt waren. Werke wie Sleep (1963) oder Empire (1964) experimentierten mit Zeit, Monotonie und der Beobachtung des Alltäglichen. Chelsea Girls (1966) bot einen intimen Einblick in das Leben der New Yorker Kunstszene. •Performance und „The Factory“ Sein Atelier „The Factory“ war nicht nur Produktionsstätte, sondern auch Bühne für Performances und Treffpunkt für Künstler, Musiker und Schauspieler. Dort verschwammen die Grenzen zwischen Kunstproduktion, sozialem Experiment und öffentlicher Inszenierung. •Musik und Medien Warhol war auch in der Musikszene aktiv. Er war Manager und Produzent der Band The Velvet Underground und gestaltete das berühmte Bananen-Cover ihres Debütalbums. Zudem erkundete er die Möglichkeiten neuer Medien durch Fernsehsendungen wie Andy Warhol’s TV und Andy Warhol’s Fifteen Minutes. Mediale Vielfalt
- YAACOV AGAM
Yaacov Agam Agam in der sammlung DEILMANN Yaacov Agam in der Sammlung Deilmann Künstler der Sammlung Voriger Künstler Alle Künstler Nächster Künstler
- SALOME
Salomé Salomé in der sammlung DEILMANN Salomé ist bekannt für seine provokanten Werke, die sich mit Identität, Sexualität und gesellschaftlichen Normen auseinandersetzen. Durch seine lebendigen Farben und die Verschmelzung von Malerei, Performance und Musik schafft er Kunst, die eine starke emotionale Wirkung entfaltet und gesellschaftliche Themen in den Fokus rückt. Anna Deilmann, Kuratorin der sammlung DEILMANN Salomé von Henning von Berg, CC BY-SA 2.0 Salomé, geboren als Wolfgang Ludwig Cihlarz in Karlsruhe, wurde in den 1980er Jahren zu einer prägenden Figur der Berliner Kunstszene. Nach einer Ausbildung zum Bauzeichner zog er 1973 nach West-Berlin, wo er an der Universität der Künste Malerei studierte. Während dieser Zeit übernahm er das Pseudonym „Salomé“, das ihm von Gerhard Hoffmann, dem Besitzer des Cafés „Anderes Ufer“, verliehen wurde. Als Mitbegründer der „Galerie am Moritzplatz“ war er ein Schlüsselakteur der „Neuen Wilden“. 1982 feierte er seinen internationalen Durchbruch mit der Teilnahme an der „documenta 7“. Salomé war nicht nur Maler, sondern auch Musiker und Performer In den 1980er Jahren arbeitete er mit Luciano Castelli in der Punkband „Geile Tiere“ zusammen. Neben Porträts von Prominenten fertigte er Skulpturen und Porzellanarbeiten, z. B. in Zusammenarbeit mit Rosenthal, an. Heute lebt und arbeitet Salomé in Berlin. •1976: Seabreazes, von Rainer Fetting & Salomé (Regie) •1976: Geburtstag, von Rainer Fetting •1976: Cornwall Tales, von Rainer Fetting •1976: Die Sonne geht unter, von Rainer Fetting •1977: R. und S. in B., von Rainer Fetting •1978: Die Reinheit des Herzens, von Robert van Ackeren •1980: Die flambierte Frau, von Robert van Ackeren •1980: Alraune, von Christoph Eichhorn •1981: Geile Tiere, von Knut Hofmeister •1999: Verdammt in alle Eitelkeit, von Lothar Lambert •2004: Trailer Arte Culture •2006: Phantomschmerz, von Alexandre Powelz •2006: Das Sichtbare und das Unsichtbare, von Rudolf Thome •2009: Lilith, von Michael Bulgrin Filme in der Sammlung Deilmann Künstler der Sammlung Voriger Künstler Alle Künstler Nächster Künstler •1980: Kunststiftung Haus am Waldsee, Berlin •1982: documenta 7, Kassel •1982: Galerie Raab, Berlin •1982: Museum Martin-Gropius-Bau, Berlin •1982: Biennale Venedig, Venedig, Italien •1984: „Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf“, Messe Düsseldorf, Düsseldorf •1987: „BerlinArt 1961–1987“, Museum of Modern Art, New York, USA •1987: „BerlinArt 1961–1987“, Museum of Modern Art, San Francisco, USA •1988: „Refigured Painting in Contemporary German Art“, Solomon R. Guggenheim Museum, New York, USA •2003/2004: „Obsessive Malerei – Ein Rückblick auf die Neuen Wilden“, Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe •2006: Galerie Deschler, Berlin •2008: Galerie Deschler, Berlin •2008: Kunsthalle Wien, Österreich •2018/19: „Die Erfindung der Neuen Wilden – Malerei und Subkultur um 1980“, Ludwig Forum, Aachen Ausstellungen •Lebt und arbeitet in Berlin •1954: Geboren in Karlsruhe •1974-1980: Studium an der Hochschule der Künste, Berlin •1977: Mitbegründer der Galerie am Moritzplatz, Berlin •1980: Meisterschüler, Hochschule der Künste, Berlin •1981: P. S. 1, New York, Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes •1983: Zusammenarbeit mit der Firma Rosenthal Porzellan, Selb •1986: 1. Preis der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft, Bochum; Bühnenbild und Kostüme für »Die Schöne und das Biest«, Theater am Gärtnerplatz, München; Artist Life Member der Art Gallery of Ontario, Toronto, Kanada •2000: »Regenbogen Stele«, Nollendorfplatz, Berlin; »Grosser Seerosenteich«, Foyer des Rheinischen Landestheater Neuss, Dauerausstellung •2003: Ingrid Caven, Lichtbühne, Märzfestspiele, Berlin •2004: Ein Bild für BILD •2006: Gastprofessur Kunstakademie Bad Reichenhall •2008: »PUNK – No One Is Innocent«, Kunsthalle Wien, Österreich •2010: The 80’s Revisited, Sammlung Bischofberger, Kunsthalle Bielefeld, Deutschland •2015: Malerei der 80iger Jahre, Städel Museum, Frankfurt Vita •1977: Pink Tableau, 30 Min. Video •1978: Für meine Schwestern in Österreich, 30 Min. Video •1978: Bodyworks, 30 Min. •1979: Pussycat, 3 Min. Super 8, Color •1979: Rosa-Hellblau, 13 Min. Magnetton •1979: Big Birds, 45 Min. • 1983: Bubbles, 15 Min. •1985: Noa Noa, 15 Min. mit Anne Jud Performances
- JULIUS VON BISMARCK
Julius von Bismarck Von Bismarck in der sammlung DEILMANN Julius von Bismarck fasziniert durch seine Fähigkeit, wissenschaftliche Präzision und künstlerische Imagination zu verbinden. Seine Arbeiten öffnen uns die Augen für die unsichtbaren Mechanismen, die unsere Welt prägen, und werfen zugleich drängende Fragen zur Rolle des Menschen in der Natur auf. Mit seiner unverwechselbaren Handschrift bereichert er die Sammlung Deilmann um eine kritische und poetische Dimension. Anna Deilmann, Kuratorin der Sammlung Deilmann Julius von Bismarck in seiner drehbaren Scheibe „Egocentric System“ auf der Art Basel Unlimited 2015 Julius von Bismarck (*1983) vereint in seiner künstlerischen Praxis eine einzigartige Verbindung von bildender Kunst, wissenschaftlicher Forschung und philosophischer Reflexion. Aufgewachsen in Riad, Saudi-Arabien, prägten kulturelle Kontraste und geografische Vielfalt früh seine Sicht auf die Welt. Nach Studien an der Universität der Künste in Berlin und am Hunter College in New York schloss er 2013 als Meisterschüler von Ólafur Elíasson am Institut für Raumexperimente ab. Diese Zeit markierte den Beginn seines radikalen Zugriffs auf Themen wie Wahrnehmung, Realität und die Konstruktion von Umwelt. Sein Werk, das von Land Art über Installationen bis hin zu ortsspezifischen Performances reicht, zeigt eine unermüdliche Neugier auf die Mechanismen, die unser Verständnis von Welt formen. Seine Arbeiten sind keine bloßen Beobachtungen – sie intervenieren, irritieren und schaffen neue Realitäten. Mit dem Projekt Image Fulgurator, das 2008 den Prix Ars Electronica gewann, verdeutlichte von Bismarck etwa, wie fragile Grenzen zwischen Kontrolle, Zufall und Manipulation sein können. Ein unscheinbares Gerät projizierte Botschaften in den Moment der Fotografie und hinterließ Spuren, die nur auf den Bildern sichtbar wurden. Kooperationen wie Some pigeons are more equal than others mit Julian Charrière zeigen seinen spielerischen, aber auch kritisch-subversiven Umgang mit urbanen Räumen. Indem Tauben mit Airbrush-Technik eingefärbt wurden, rückte das Werk den Eingriff des Menschen in natürliche Prozesse ins Zentrum der Betrachtung. Mit seinem Artist-in-Residence-Aufenthalt am CERN, der Europäischen Organisation für Nuklearforschung, eröffnete von Bismarck 2012 eine neue Dimension in seiner Arbeit. Hier setzte er sich intensiv mit physikalischen Grundprinzipien auseinander und transformierte wissenschaftliche Erkenntnisse in sinnlich erfahrbare Kunstwerke. In all seinen Projekten bleibt er seinem Anliegen treu, nicht nur Fragen zu stellen, sondern auch alternative Perspektiven auf Mensch, Natur und Technik zu eröffnen. Julius von Bismarck verbindet Kunst und Technologie auf innovative Weise, indem er wissenschaftliche Methoden und technische Entwicklungen in seine Werke integriert. Seine bahnbrechende Arbeit Image Fulgurator, die Bilder durch Lichtprojektionen manipuliert, demonstriert sein Interesse an der Wahrnehmung und Konstruktion von Realität durch Technologie. Diese Herangehensweise zieht sich durch viele seiner Arbeiten, in denen er technische Präzision nutzt, um ästhetische und konzeptuelle Fragestellungen zu erkunden. Von Bismarcks Schaffen zeigt, wie technische Innovationen nicht nur Mittel zum Zweck, sondern integraler Bestandteil des künstlerischen Prozesses sein können. Technologie & Kunst Die Beziehung zwischen Mensch und Natur steht im Mittelpunkt von Julius von Bismarcks Arbeiten. Mit einer starken Affinität zur Land Art interpretiert er die Landschaft neu und greift in natürliche Prozesse ein, um den Einfluss menschlicher Aktivität sichtbar zu machen. Installationen wie Egocentric System, bei der ein künstlicher Sturm inszeniert wurde, reflektieren die Dynamik von Naturgewalten und deren menschliche Wahrnehmung. Seine Werke laden dazu ein, ökologische Themen zu hinterfragen und unseren Platz in der Natur kritisch zu überdenken. Natur & Intervention Julius von Bismarck versteht Kunst als eine Möglichkeit, die Wahrnehmung der Realität zu hinterfragen und neu zu definieren. Seine Werke eröffnen Räume, in denen die Konstruktion und Dekonstruktion von Wirklichkeit erlebbar wird. Er beschäftigt sich intensiv mit der Frage, wie unsere Sinne Realität formen und wie künstliche Eingriffe dieses Verständnis erschüttern können. Dabei nutzt er Installationen, Performances und medienübergreifende Experimente, um den Betrachter aus gewohnten Denk- und Wahrnehmungsmustern zu lösen. Projekte wie Image Fulgurator, bei dem Bilder in Fotografien integriert werden, ohne dass sie für das bloße Auge sichtbar sind, oder seine Performance mit farbigen Tauben, machen eindringlich klar, wie manipulierbar und gleichzeitig fragil unser Bild von der Welt ist. Von Bismarck lädt dazu ein, die Mechanismen hinter dem, was wir als Wirklichkeit wahrnehmen, zu erkunden – eine Reise, die oft ebenso verstörend wie erhellend ist. Wahrnehmung & Realität in der Sammlung Deilmann Künstler der Sammlung Voriger Künstler Alle Künstler Nächster Künstler •2017: Julius von Bismarck, Städtische Galerie der Stadt Wolfsburg, Wolfsburg, Deutschland •2016: Julius von Bismarck – Works, Galerie Marlborough Contemporary, New York City, USA •2018: Julius von Bismarck. A Racehorse for Christmas, Kunstpalais Erlangen, Erlangen, Deutschland •2019: Julius von Bismarck – Die Mimik der Tethys, Palais de Tokyo, Paris, Frankreich •2020/2021: Julius von Bismarck – Feuer mit Feuer, Bundeskunsthalle, Bonn, Deutschland •2023: Julius von Bismarck – When Platitudes Become Form, Berlinische Galerie, Berlin, Deutschland Einzelausstellungen •2012: Some Pigeons Are More Equal Than Others, 13. Architektur-Biennale, Venedig, Italien •2014: Common Ground, 13th International Architecture Exhibition, La Biennale di Venezia, Venedig, Italien •2015: Entfesselte Natur – Das Bild der Katastrophe seit 1600, Hamburger Kunsthalle, Frankfurt/Main, Deutschland •2015: 8th Momentum Nordic Biennial of Contemporary Art, Norwegen •2016: +ultra. Gestaltung schafft Wissen, Martin-Gropius-Bau, Berlin, Deutschland •2017: The Antarctic Biennale, Antarktis •2017: Festival of Future Nows, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin, Deutschland •2019: The Drowned World, Ontario Place Cinesphere, Toronto Biennial of Art, Toronto, Kanada •2020: Critical Zones, ZKM - Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe, Deutschland •2021: STUDIO BERLIN, Berghain, Berlin, Deutschland Gruppenausstellungen •2008: Prix Ars Electronica für das Projekt „Image Fulgurator“ •2012: Artist in Residence am CERN (Europäische Organisation für Nuklearforschung), Genf •2015: Förderpreis des Kunstvereins Hamburg •2016: Künstlerstipendium der Stiftung Kunstfonds •2019: Nominierung für den Deutschen Kunstpreis Auszeichnungen
- FRED THIELER
Fred Thieler Thieler in der Sammlung DEILMANN Persönliche Herausforderung wird zu Kunst: Thieler transformierte seine eigenen Erfahrungen von politischem Druck und Widerstand in eine abstrakte Malerei, die von kraftvoller Emotionalität geprägt ist. Seine Werke verbinden präzise Form mit intensiver Farbigkeit und machen ihn zu einer herausragenden Figur der Sammlung. Anna Deilmann, Kuratorin der Sammlung DEILMANN Fred Thieler, 1974 Widerstandskämpfer und Maler – Fred Thieler lebte in einer Zeit, in der Kunst und Leben untrennbar miteinander verbunden waren. Als junger Mann erlebte er die Schrecken des Zweiten Weltkriegs, in dem er nicht nur als Soldat diente, sondern auch als aktiver Teil des Widerstands gegen das Naziregime. Thieler rettete seine jüdische Mutter, versteckte einen geflüchteten Kriegsgefangenen und stand in Kontakt mit den mutigen Kräften der Weißen Rose. Diese Erfahrungen prägten nicht nur seine Identität, sondern auch seinen künstlerischen Weg. Nach dem Krieg entwickelte Thieler in München und Paris seine eigene abstrakte Bildsprache, stark beeinflusst von den Strömungen des Informel und von seiner Begegnung mit Künstlern wie Hans Hartung und Pierre Soulages. Seine Gemälde, meist in kräftigen Farben und dynamischen Linien, spiegeln das Chaos der Nachkriegszeit wider und bieten eine kraftvolle Auseinandersetzung mit der inneren Zerrissenheit, die die Epoche prägte. Als Lehrer und Mitglied in bedeutenden Kunstorganisationen beeinflusste Thieler die Kunstszene der Nachkriegszeit nachhaltig. Mit seiner Professorentätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und als Vizepräsident der Akademie der Künste setzte er sich für die Kunst als freien Raum des Ausdrucks ein. Thieler hinterließ ein beeindruckendes Erbe: Seine Werke sind eine kraftvolle Reflexion über die menschliche Existenz, die immer wieder zu Fragen von Freiheit, Identität und Widerstand anregen. Thielers Gemälde sind keine bloßen Darstellungen von Farben, sondern emotionale Landschaften. Mit einer kraftvollen Farbpalette und lebendigen Kompositionen dringt er in die tiefsten Schichten der menschlichen Erfahrung vor. Seine Werke spiegeln die ungesagten Wahrheiten von Leben, Schmerz, Freude und Existenz wider. Jede Farbe, jede Form wird zum Träger von Emotionen, die den Betrachter direkt ansprechen und ihn in die komplexe, manchmal chaotische Welt seiner Bilder entführen. Thieler schuf eine visuelle Sprache, die tief unter die Oberfläche geht und die verborgenen Dimensionen des Seins offenlegt. Farben der Existenz Der Fred-Thieler-Preis, gestiftet von Fred Thieler selbst, wird seit 1992 jährlich anlässlich seines Geburtstags von der Berlinischen Galerie verliehen. Mit einer Dotierung von 10.000 Euro zeichnet der Preis herausragende Leistungen in der Malerei aus. Ab 2007 wird der Preis alle zwei Jahre vergeben. Damit würdigt die Galerie nicht nur Thielers eigenes künstlerisches Erbe, sondern fördert auch zeitgenössische Maler, die in seiner Tradition stehen und die Malerei weiterentwickeln. Fred-Thieler-Preis in der Sammlung Deilmann Künstler der Sammlung Voriger Künstler Alle Künstler Nächster Künstler •1953: Galerie Suzanne Michel, Paris •1958: 29. Biennale di Venezia •1959: documenta II, Kassel •1964: documenta III, Kassel •1977: Galerie Georg Nothelfer, Berlin •1983: Galerie Georg Nothelfer, Berlin •1984: „Von hier aus“, Düsseldorf •1986: Akademie der Künste, Berlin; Saarlandmuseum, Moderne Galerie, Saarbrücken •1991/92: Kunsthalle Emden, Stiftung Henri Nannen; Daniel-Pöppelmann-Haus, Städtisches Museum Herford; Städtische Sammlungen Schweinfurt •1997: Villa Wessel in Iserlohn •2011: „Fred Thieler zum 95. Geburtstag – Sphärisches Ereignis“, Galerie Georg Nothelfer, Berlin •2012: „Impulse des Lebens in Farbe“, Düsseldorf (Galerie Maulberger & Becker) •2014: „Fred Thieler. Malerei“, Museum Gunzenhauser, Kunstsammlungen Chemnitz, MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst •2016: „Fred Thieler. For pilots only“, Galerie Georg Nothelfer, Berlin •2018: Große Fred Thieler Ausstellung in der Villa Wessel in Iserlohn. Bilder aus der Sammlung Marianne Hennemann. Ausstellungen •1959: Preis der Biennale von São Paulo Thieler erhielt diesen renommierten Preis auf der Biennale von São Paulo, einer der bedeutendsten internationalen Ausstellungen der zeitgenössischen Kunst. Die Auszeichnung würdigte seine innovative Malerei im Kontext des abstrakten Expressionismus. •1961: Kunstpreis der Stadt Berlin Der Kunstpreis der Stadt Berlin wurde Thieler für sein herausragendes künstlerisches Werk verliehen. Diese Ehrung markierte einen wichtigen Schritt in seiner Anerkennung als bedeutender Vertreter des deutschen Informel. •1965: Großer Kunstpreis der Stadt Berlin Mit diesem Preis wurde Thielers künstlerische Leistung und sein Einfluss auf die deutsche Nachkriegskunst gewürdigt. Der Preis unterstrich seine Bedeutung für die Entwicklung der modernen abstrakten Malerei in Deutschland. •1973: Großer Kunstpreis der Akademie der Künste, Berlin Diese Auszeichnung von der Akademie der Künste in Berlin hob Thielers innovativen Beitrag zur Malerei hervor. Als Mitglied der Akademie war dies eine bedeutende Bestätigung seiner künstlerischen Arbeit und seines Engagements in der Kunstszene. •1983: Medaille für Kunst und Wissenschaft Diese Medaille wurde Thieler verliehen, um seine langjährige und bedeutende Rolle in der deutschen Kunstlandschaft zu würdigen. Sie reflektierte sein Engagement sowohl in der Malerei als auch in seiner Tätigkeit als Dozent und Akademiemitglied. •1989: Verleihung des Bundesverdienstkreuzes Thieler erhielt das Bundesverdienstkreuz als Anerkennung für seine künstlerischen Verdienste und seinen Einfluss auf die deutsche Kunstgeschichte. Diese staatliche Auszeichnung würdigte seinen Beitrag zur Kultur und Kunst in Deutschland. Auszeichnungen Während des Zweiten Weltkriegs war Thieler nicht nur Künstler, sondern auch Widerstandskämpfer. Als Sohn einer jüdischen Mutter kämpfte er gegen das Naziregime. Diese Erfahrungen prägten sein Werk, das subtile, aber kraftvolle Botschaften gegen Repression und Totalitarismus vermittelt. Thieler entwickelte eine abstrakte künstlerische Sprache, die den politischen Kontext seiner Zeit widerspiegelte und infrage stellte. Seine Malerei blieb ein Akt des Widerstands und eine „visuelle Waffe“ gegen Unterdrückung, ohne dabei didaktisch zu werden. Kunst als Widerstand


