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- JOACHIM DUNKEL
Joachim Dunkel Dunkel in der Sammlung DEILMANN Joachim Dunkels Werk bereichert die Sammlung Deilmann durch seine einzigartige Verbindung von Mythos, Mensch und Form. Seine Plastiken und Zeichnungen öffnen einen erzählerischen Raum, der tief in existenzielle Themen wie Identität, Leidenschaft und Vergänglichkeit eintaucht. Dunkel lotet mit seinen expressiven Figuren die Schnittstellen von Tradition und Innovation aus und schafft damit einen faszinierenden Dialog mit anderen Positionen der Sammlung. Besonders beeindruckt uns seine Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, die über die Zeit hinaus Bedeutung tragen. Anna Deilmann, Kuratorin der Sammlung Joachim Dunkel von Gerda Schimpf (© Gerda Schimpf Fotoarchiv ; Licence: CC BY 4.0) Joachim Dunkel (1925-2002) war eine zentrale Figur der Nachkriegskunst in Deutschland, dessen Werke regelmäßig in bedeutenden Ausstellungen präsentiert wurden. Zwischen 1969 und 2002 war er kontinuierlich auf der Großen Kunstausstellung München vertreten, einem wichtigen Forum für zeitgenössische Kunst. Auf der Mathildenhöhe Darmstadt zeigte er seine Arbeiten ab 1985 in verschiedenen Ausstellungen, die seinen Ruf als herausragender Bildhauer und Zeichner stärkten. Auch bei der Freiplastikenausstellung auf der Ziegelhütte (1986, 1988, 1992, 1996) sowie der Großen Düsseldorfer Kunstausstellung (1980–1986) waren seine Werke präsent. Seine erste Teilnahme an der Großen Berliner Kunstausstellung erfolgte bereits 1956, was seine frühe Anerkennung in der Kunstwelt unterstreicht. Dunkels Ausstellungstätigkeit reflektiert sein künstlerisches Engagement und seine Bedeutung für die deutsche Kunstlandschaft der Nachkriegszeit. Joachim Dunkel verband in seiner Kunst mythologische und literarische Traditionen mit einer modernen, zeitgenössischen Perspektive. Dabei schöpfte er aus den großen Erzählungen der Menschheitsgeschichte – von der Bibel über antike Mythen bis hin zu klassischen Fabeln – und adaptierte sie mit einer einzigartigen künstlerischen Sprache. Diese Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart zeigt sich in seinen Skulpturen und Zeichnungen, die sich mit Themen wie Gewalt, Tod, Liebe und der menschlichen Natur auseinandersetzen. Dunkels Werk verdeutlicht, wie althergebrachte Geschichten in einem neuen Kontext lebendig werden können, dabei aber nie ihren Ursprung oder ihre Bedeutung verlieren. Es ist diese Transformation, die Dunkels Arbeiten sowohl zeitlos als auch unverwechselbar macht und einen modernen Blick auf bekannte Erzählungen ermöglicht. Verschmelzung von Mythos und Moderne Joachim Dunkels künstlerische Entwicklung war geprägt von einem stetigen Dialog zwischen klassischer Formensprache und der Freiheit der Abstraktion. Anfangs noch stark von den traditionellen, eher strengen Formen beeinflusst, wie sie in den plastischen Arbeiten seiner frühen Jahre erkennbar sind, strebte Dunkel später zunehmend eine Loslösung von diesen Konventionen an. Dieser Übergang zur Abstraktion spiegelte sich sowohl in seinen Skulpturen als auch in seinen Zeichnungen wider. Die klaren, klassischen Linien wurden durch dynamische, expressiv verzerrte Formen ersetzt, die mehr den inneren Ausdruck und die Emotionen der dargestellten Figuren wiedergeben als deren äußere Erscheinung. Dunkels Werke entwickelten sich zu einem Feld freier, oft kraftvoller und provokanter Gesten, die sich mit der Zeit immer weiter von der figurativen Darstellungsweise entfernten und mehr und mehr eine eigene, unverwechselbare Formensprache fanden. Vom Klassischen zum Abstrakten Ein ungebremster Drang zur Spontaneität zieht sich durch das gesamte Werk von Joachim Dunkel und verleiht seinen Skulpturen und Zeichnungen eine bemerkenswerte Lebendigkeit. Statt sich an traditioneller Formensprache zu orientieren, lässt Dunkel seine Werke aus einem inneren kreativen Impuls heraus entstehen. Besonders in der Plastik ist dieser unmittelbare Ausdruck spürbar – die Formen erscheinen fast als lebendige Entfaltung, die den Moment der Entstehung selbst widerspiegeln. Dunkels Kunst ist keine kalkulierte Komposition, sondern eine ergreifende Manifestation von Gefühl und Energie, die uns einen direkten Zugang zur emotionalen Tiefe des Künstlers eröffnet. Spontanität und Ausdruckskraft in der Sammlung Deilmann Künstler der Sammlung Voriger Künstler Alle Künstler Nächster Künstler •1986: Hartheim-Feldkirch – Schloss Feldkirch / Galerie in der Remise •1991: Hamm – Kunstkreis Hamm / Maximilianpark •1995: Berlin – Obere Galerie / Haus am Lützowplatz •1997: Heilbronn – Städtische Museen Heilbronn •2000: Berlin – Studiogalerie der Stiftung für Bildhauerei / Georg Kolbe Museum Einzelausstellungen •1954: München – Große Kunstausstellung, Haus der Kunst •1956: Berlin – Große Berliner Kunstausstellung, Messehallen am Funkturm •1965: Antwerpen – 8e Biennale voor Beeldhouwkunst, Openluchtmuseum voor Beeldhouwkunst Middelheim •1967: Düsseldorf – 17. Winterausstellung, Kunstpalast •1970: Hamburg – Haus Deutscher Ring •1981: Bad Hersfeld – Museum der Stadt Bad Hersfeld •1984: Berlin – Bildhauergalerie Plinthe •1989: Straßburg – I.P.E.-Gebäude •1995: Lüchow –Westwendischer Kunstverein •1999: Berlin – Galerie Hintersdorf im Kunsthof Oranienburger Straße •2001: Berlin – Künstlersonderbund, Kommunale Galerie Wilmersdorf •2005: Marbach/Güstrow/Berlin/Bremen – “Literarische Köpfe – Porträtplastik der Moderne aus der Marbacher Sammlung”, Wanderausstellung •2007: Erfurt – Haus zum Stockfisch/Stadtmuseum •2009/2010: Bremen – Gerhard Marcks Haus •2010: Darmstadt – Darmstädter Sezession im Ziegelhüttengelände •2011/2012: Lauchhammer – Kunstgußmuseum •2015: Berlin – Galerie Forum Amalienpark Berlin-Pankow Gruppenausstellungen Berlin •Neue Nationalgalerie SPK: Selbstportrait, Bronze, 1954 (Guss 1960) / Portrait Friedrich Ahlers-Hestermann, Gips und Zement, 1957 •Georg Kolbe Museum: Weibliche Figur sitzend mit über den Stuhl fallendem Tuch, Bronze 1968-71 •Neue Berliner Kunstverein: Minotaurus, Bronze 1960 / Pferd, Bronze 1963 •Technische Universität: Vier posthume Portraits Helmholtz, Orlik, von Siemens, Slaby, Bronze 1969-70 Aachen •Monheim-Sammlung: Tierplastik, Bronze 1954 Antwerpen •Openluchtmuseum voor Beeldhouwkunst Middelheim: Sitzende weibliche Figur, Bronze 1959 Göttingen •St. Jacobi: Der Gekreuzigte ohne Kreuz, Bronze 1968/2003 Wolfsburg •Städtische Galerie Schloß Wolfsburg: Reiter II, Bronze 1960 / Minotaurus, Bronze 1960 Permanente Kunststandorte
- Alle Künstler der Sammlung Deilmann
Yaacov Agam Arman Bernard Aubertin Rosa Barba Ernst Barlach Willi Baumeister Lars Beusker Julius von Bismarck Hede Bühl Rolf Cavael Julian Charrière James Collins Le Corbusier Boris Doempke Joachim Dunkel Rainer Fetting Eberhard Fiebig Klaus Fußmann Rupprecht Geiger Gotthard Graubner Johannes Grützke Bernhard Heiliger Margareta Hesse Robert Indiana Yves Klein Imi Knoebel Norbert Kricke Alicja Kwade Fritz König Sol LeWitt Ella Littwitz Adolf Luther Markus Lüpertz Heinz Mack Marino Marini Helmut Newton Carsten Nicolai Claes Oldenburg Tobias Rehberger Claudia Rogge Salomé Kai Schiemenz Bernard Schultze Henning Strassburger Walter Stöhrer Werner Stötzer Norbert Tadeusz Fred Thieler Wolfgang Troschke Günther Uecker Cornelius Völker Andy Warhol Norbert Wolf Newsletter Email* Ja, ich möchte gerne den Newsletter Absenden
- Diskurse der Malerei | Sammlung Deilmann
Diskurse der Malerei Ausschreibung Jetzt bewerben AUFRUF ZU POSITIONEN Die Ausstellungsreihe Diskurse der Malerei widmet sich zeitgenössischen malerischen Positionen und versteht Malerei als offenes Feld künstlerischer Auseinandersetzung. In wechselnden Präsentationen treten Werke, Raum und Betrachter:innen in einen fortlaufenden Dialog. Der Ausstellungsraum wird vom 18. April bis zum 30. Juni für Studierende der Kunstakademie Münster geöffnet. Ziel ist es, aktuelle malerische Positionen in einen kuratierten Ausstellungskontext einzubinden und Malerei als Medium, Haltung und Fragestellung sichtbar zu machen. DEILMANN STIFTUNG Die gemeinnützige Deilmann Stiftung engagiert sich in den Bereichen Kunst, Kultur und gesellschaftliche Bildung . Ein zentraler Bestandteil der Stiftungsarbeit ist die Sammlung Deilmann , die sich der Präsentation und Vermittlung zeitgenössischer Kunst widmet. Teilnahmeberechtigt sind Studierende , die zum Zeitpunkt der Bewerbung an der Kunstakademie Münster eingeschrieben sind. Zugelassen sind ausschließlich Arbeiten, die der Malerei zuzuordnen sind. Ein erweiterter Malereibegriff ist möglich, sofern dieser im Portfolio nachvollziehbar begründet wird. Pro Bewerber:in können bis zu 10 Werke eingereicht werden. Teilnahme-bedingungen bEwerbung Die Bewerbung erfolgt per E-Mail in Form eines Portfolios. Nutze dafür gerne den oben stehenden Button! Bis spätestens zum Tagesende des 15. März 2026 kannst du uns deine Bewerbung einreichen. Checkliste zum Portfolio: PDF-Format (max. 20MB) enthält aussagekräftige Fotografien der eingereichten Werke enthält eine kurze Vita Zu jedem Werk: Titel; Maße, Material & Technik; Gewicht (falls >10kg) Erläuterungen zur Arbeitsweise oder zu einzelnen Werken sind nicht erforderlich, können dem Portfolio aber beigefügt werden. portfolio werkauswahl Die Auswahl der Werke erfolgt durch eine Fachjury bestehend aus: Andreas Deilmann (Vorstandsvorsitzender der Deilmann Stiftung) Anna Deilmann (Kuratoin) Dr. Ludwika Lengert (Kunsthistorikerin) Justin Schwirz (Kulturbeauftragter der Deilmann Stiftung) Je nach Größe und Eignung können mehrere Arbeiten pro Bewerber:in ausgewählt werden. Ausstellungsdauer: 18. April 2026 bis 30. Juni 2026 Versicherungsschutz der Werke über die Deilmann Stiftung Sammeltransport der Werke durch die Deilmann Stiftung Art- und fachgerechte Verpackung der Werke liegt bei den Studierenden. Ein Ausstellungshonorar kann nicht gezahlt werden. hard facts Ausstellungsraum Rechts siehst du einen Grundriss des Ausstellungsraums. Fotos des Ausstellungsraums findest du weiter unten. Kontaktiere uns gerne über contact@sammlungdeilmann.de oder kommdirekt bei uns vorbei: Sammlung Deilmann | Deilmannhof | Rothenburg 14 - 16 | 48143 Münster KOntakt Ausstellungsdauer: 18. April 2026 bis 30. Juni 2026 Versicherungsschutz der Werke über die Deilmann Stiftung Sammeltransport der Werke durch die Deilmann Stiftung Art- und fachgerechte Verpackung der Werke liegt bei den Studierenden. Ein Ausstellungshonorar kann nicht gezahlt werden. hard facts Newsletter Email* Ja, ich möchte gerne den Newsletter Absenden
News & Presse (25)
- Brücken bauen - zwischen Fächern, Kunst und Schule
Im Rahmen unserer Kooperation mit dem Schlaun-Gymnasium Münster stand diesmal nicht die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern im Mittelpunkt, sondern das Kollegium selbst! Anlass war eine schulinterne Fortbildung zum Thema „Kulturelle Vernetzung“, bei der die Lehrkräfte die Sammlung Deilmann sowie die dahinterstehende Deilmann Stiftung näher kennenlernen konnten. Im Zentrum des Tages stand die Leitfrage: Wie kann die Zusammenarbeit mit der Sammlung Deilmann dazu beitragen, kulturelle Bildung am Schlaun weiter zu stärken? Lehrkräfte des Schlaun-Gymnasiums beweisen ihr Feingefühl beim modellieren von Miniaturbäumen. Kooperation weiter denken Ziel des Besuchs war es, die Zusammenarbeit zwischen Schule und Sammlung breiter aufzustellen. Bislang bestehen die intensivsten Berührungspunkte naturgemäß mit dem Fach Kunst. Der Fortbildungstag sollte jedoch bewusst auch Lehrkräfte einbinden, deren Fächer auf den ersten Blick weniger offensichtliche Schnittstellen zur Sammlung haben: Darunter Mathematik, Physik, Sport, Chemie, Deutsch oder Geschichte. Einführung und thematische Führung Der Vormittag begann mit einer Vorstellung der Stiftung, ihrer Zielsetzung sowie der angebundenen Kunstsammlung. Im Anschluss folgte eine kuratierte Führung durch unsere Räumlichkeiten, bei der gezielt Werke ausgewählt wurden, die interdisziplinäre Bezüge ermöglichen. Besondere Aufmerksamkeit erhielten dabei unter anderem das Werk " Edith " von Ella Littwitz sowie " Buried Sunshines Burn " von Julian Charrière: Littwitz Arbeit greift die biblische Figur von Lots Frau auf und verbindet die Erzählung mit gegenwärtigen politischen und religiösen Konflikten, insbesondere im Kontext von Israel und dem Gaza-Streifen. Dadurch eröffnen sich beispielsweise Anknüpfungspunkte zu Religion, Geschichte, Politik und Ethik. Charrières Arbeit hingegen verhandelt klimapolitische Fragestellungen. Zugleich spielt der Entstehungsprozess mit chemischen und naturwissenschaftlichen Verfahren, also ein idealer Zugang für den MINT-Unterricht! Schnell wurde deutlich, wie zeitgenössische Kunst komplexe Themenfelder berührt und als Ausgangspunkt fachübergreifender Diskussionen dienen kann. Praxisphase: Kreativer Workshop Im zweiten Teil der Fortbildung wurden die Lehrkräfte schließlich selbst aktiv. Hierfür wurde ein Workshop konzipiert, der künstlerische Praxis gezielt mit Bezügen zu unterschiedlichen Disziplinen verknüpfte. Ausgangspunkt bildete dabei die Idee, kreative Prozesse nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel verschiedener Fachperspektiven erfahrbar zu machen. So setzten sich die Teilnehmenden unter anderem mit physikalisch-technischen Prinzipien auseinander, indem sie eine selbsttragende Brücke nach dem Konstruktionsprinzip von Leonardo da Vinci entwickelten. Gleichzeitig entstanden kunsthistorische und kulturelle Bezüge durch die Gestaltung von Seerosen aus Origamipapier. Auch ein architektonischer Transfer zur Arbeit der Firmengruppe Deilmann wurde hergestellt, etwa durch den modellhaften Nachbau von Bäumen, wie sie in Planungs- und Visualisierungsprozessen Verwendung finden. Inspirationsquelle für den Workshop war das berühmte Brückenmotiv aus dem Werk des Impressionisten Claude Monet, dessen japanische Brücke von den Lehrkräften in vereinfachter Form gemeinschaftlich interpretiert und nachgebaut wurde. Ideenwerkstatt für zukünftige Zusammenarbeit Während der praktischen Arbeitsphase entwickelte sich ein intensiver Austausch darüber, wie zukünftige Kooperationen konkret gestaltet werden könnten. Zwischen Brückenkonstruktionen, Papierfaltungen und Modellbäumen wurde lebhaft darüber diskutiert, wie konkrete Kooperationen künftig aussehen könnten. Viele Ideen entstanden ganz spontan aus dem Moment heraus und wurden zum Abschluss gemeinsam gesammelt und festgehalten. Besonders häufig fiel der Blick auf Projektwochen und Projekttage, die sich als ideales Format anbieten: Sie schaffen Freiräume abseits des Lehrplans und ermöglichen es, die Sammlung aus ganz unterschiedlichen fachlichen Perspektiven zu erschließen. Inhaltlich reichten die Überlegungen von geschichtsdidaktischen Themen – etwa dem Spannungsfeld zwischen Kunstverboten in Kriegszeiten und der wiedergewonnenen künstlerischen Freiheit in der Nachkriegszeit – bis hin zu sprachlich-literarischen Zugängen im Fach Deutsch, beispielsweise durch Bildbeschreibungen oder kreative Schreibprozesse zu ausgewählten Werken. Auch naturwissenschaftliche Perspektiven wurden eingebracht, etwa im Fach Physik durch die Analyse fotografischer Arbeiten und ihrer technischen Grundlagen. Darüber hinaus entstanden zahlreiche weitere Ansätze, die von Sport bis Chemie reichten und das breite Potenzial einer interdisziplinären Zusammenarbeit eindrucksvoll verdeutlichten. Das Kollegium des Schlaun-Gymnasiums und unser Kulturbeauftragter präsentieren das Workshop-Ergebnis. Fazit Der Fortbildungstag hat einmal mehr gezeigt, wie viel Potenzial in der Zusammenarbeit zwischen Schule und der Sammlung Deilmann steckt, wenn man sie bewusst weiter denkt. Kunst wurde dabei nicht nur als ästhetisches Erlebnis erfahrbar, sondern als verbindendes Element zwischen ganz unterschiedlichen Fächern. Sie eröffnete Gesprächsanlässe, brachte neue Perspektiven ins Spiel und schuf Lernräume, die weit über den klassischen Unterricht hinausreichen. Mit vielen frischen Ideen, neuen Kontakten und spürbarer Aufbruchsstimmung blicken wir nun auf die nächsten gemeinsamen Projekte. Wir freuen uns darauf, die entstandenen Ansätze weiterzuentwickeln und die kulturelle Vernetzung Schritt für Schritt mit Leben zu füllen.
- Vom ersten Blick zur eigenen Reaktion: Ein Projekt nimmt Form an
Seit wir mit dem Schlaun Gymnasium zusammenarbeiten, passiert in unserer Sammlung einiges: Mit dem Projekt „Re+Aktion“ laden wir Schülerinnen und Schüler ein, Kunst nicht nur anzuschauen, sondern aktiv zu erleben und dabei ihren ganz eigenen Blick zu entwickeln. Schülerinnen und Schüler des Schlaun-Gymnasiums arbeiten ihre ersten Konzeptideen in der Sammlung Deilmann aus. Beim ersten Besuch ging es noch ziemlich frei zu: Die Schülerinnen und Schüler streiften durch die Räume, ohne dass wir ihnen erklärt hätten, was die Kunstwerke bedeuten oder wie sie entstanden sind. Die Leitfrage war simpel, aber herausfordernd: „Welches Werk ist für euch am meisten und welches am wenigsten Kunst?“ Die Antworten? Spannend und manchmal überraschend: „Für mich ist es keine Kunst, wenn man es einfach nachmachen kann“ oder „Es ist keine Kunst, wenn es langweilig ist.“ Schnell wurde klar, dass viele Kunst vor allem an Schwierigkeit, Technik, Bildlichkeit oder Aussage messen und nicht nur daran, wie sie aussieht. Danach startete die eigentliche Herausforderung: Jede:r suchte sich ein Werk aus und sollte darauf künstlerisch reagieren. Ohne Grenzen, frei nach den eigenen Ideen. Dabei ging es nicht nur um das Gestalten, sondern auch darum, den eigenen Kunstbegriff zu hinterfragen und zu überlegen, wie er sich mit dem „klassischen“ Kunstverständnis verbindet. Beim zweiten Besuch in der Sammlung wurden erste Entwürfe direkt vor den Originalwerken vorgestellt und gemeinsam besprochen. Im Mittelpunkt standen dabei weniger fertige Ergebnisse als vielmehr die zugrunde liegenden Ideen, Herangehensweisen und Fragestellungen. In der gemeinsamen Diskussion reflektierten die Schülerinnen und Schüler ihre Konzepte, gaben einander konstruktives Feedback und entwickelten ihre Gedanken weiter. Besonders aufschlussreich war, dass aus dem zunächst unvoreingenommenen Zugang Deutungen entstanden, die nicht zwingend der ursprünglichen Intention der Werke entsprachen, sich jedoch schlüssig aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler erklären ließen. Dadurch eröffneten sich neue Lesarten, die auch den Blick auf die Originalwerke veränderten und erweiterten. Der Austausch beschränkte sich dabei nicht nur auf die Besuche in der Sammlung. Auch wir als Sammlung Deilmann machten uns auf den Weg zum Schlaun Gymnasium und begleiteten die beiden Kurse im Kunstunterricht. Dabei ging es uns nicht allein darum, Impulse für neue Ideen zu geben, sondern die Schülerinnen und Schüler auf ihrem ganz eigenen Weg zum fertigen Kunstwerk zu unterstützen. Gemeinsam wurden künstlerische Konzepte weiterentwickelt, Entscheidungen geschärft und die Reaktionen auf die ausgewählten Werke vertieft. So verlagerte sich die Arbeit bewusst in den schulischen Alltag und machte den kreativen Prozess auch für uns kontinuierlich erlebbar. In den kommenden Unterrichtsstunden werden die Arbeiten nun weiter ausgearbeitet und vervollständigt. Anschließend folgt der nächste Schritt: Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern entsteht ein kuratorisches Konzept, das die einzelnen Reaktionen miteinander in Beziehung setzt. Ziel ist es, die entstandenen Werke nicht nur für sich stehen zu lassen, sondern sie in einer gemeinsamen Ausstellung zusammenzuführen: Als sichtbares Ergebnis eines offenen, dialogischen und kreativen Prozesses.
- Lernen mit Originalen: Bildungspartnerschaft mit dem Wilhelm-Hittorf-Gymnasium gestartet
Wie kann Kunstunterricht lebendig, aktuell und erfahrbar werden? Eine mögliche Antwort darauf ist unsere frisch geschlossene Bildungspartnerschaft mit dem Wilhelm-Hittorf-Gymnasium in Münster. Gemeinsam möchten wir kulturelle Bildung stärken und Schülerinnen und Schülern ermöglichen, zeitgenössische Kunst nicht nur theoretisch, sondern unmittelbar zu erleben. Andreas Deilmann und Thorsten Korfsmeier unterzeichnen in Anwesenheit eines Kunst-Grundkurses des WHGs die Bildungspartnerschaft Zum Auftakt der Kooperation besuchten Schulleiter Thorsten Korfsmeier , Kunstlehrerin Barbara Thomas mit ihrem Kunst-Grundkurs sowie Jessica Koch-Grabowski (Koordination Kooperationen am WHG) die Sammlung Deilmann. Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung ging es für die Schülerinnen und Schüler direkt in die Praxis: Die Begegnung mit den originalen Werken stand im Mittelpunkt – als Ausgangspunkt für eigene Beobachtungen, Fragen und kreative Reaktionen. Fotografie im Fokus Der Kunst-Grundkurs beschäftigt sich im aktuellen Halbjahr intensiv mit dem Medium der Fotografie . Im Zentrum steht die Frage, wie Wirklichkeit in Bildern konstruiert wird, unter anderem anhand der Werke von Jeff Wall , aber auch im Vergleich mit fotografischen Positionen von Thomas Struth und Andreas Gursky . Als inhaltliche Vorbereitung auf den Besuch diente Struths bekannte Museumsbilder -Serie, die Menschen beim Betrachten von Kunst zeigt. Dieser „Blick auf den Blick“ erwies sich als inspirierender Impuls: Vor Ort griffen die Schülerinnen und Schüler das Motiv auf und setzten ihre eigene Begegnung mit den Werken der Sammlung fotografisch und kreativ in Szene. Vielfalt fotografischer Positionen Zu Beginn des Besuchs haben wir drei ausgewählte fotografische Arbeiten aus der Sammlung vorgestellt: Von Ella Littwitz , Julian Charrière und Julius von Bismarck . Gemeinsam wurde diskutiert, wie unterschiedlich Fotografie heute aussehen kann: mal dokumentarisch, mal experimentell, mal so, dass das Medium auf den ersten Blick kaum zu erkennen ist. Auch die inhaltlichen Ebenen der Werke zeigten, wie vielfältig fotografische Praxis sein kann. Mehr als ein Besuch Die Bildungspartnerschaft geht dabei bewusst über einzelne Besuche hinaus. Neben der Begleitung von Unterrichtsreihen sind auch gemeinsame Ausstellungsprojekte , pädagogische und wissenschaftliche Zusammenarbeit sowie Angebote zur Berufsorientierung im Kulturbereich , etwa durch Praktika, geplant. Ziel ist es, langfristig Lernräume zu schaffen, in denen Kunst nicht nur betrachtet, sondern aktiv erfahren, reflektiert und mitgestaltet werden kann. Die Kooperation mit dem Wilhelm-Hittorf-Gymnasium ist damit ein weiterer Schritt, kulturelle Bildung nachhaltig zu verankern und jungen Menschen Einblicke in die vielfältigen Möglichkeiten zeitgenössischer Kunst und Kulturarbeit zu eröffnen. Wir freuen uns auf die kommenden Begegnungen, Projekte und Perspektiven





