Vom Kunstunterricht in den Ausstellungsraum: Der Kunst-LK des Hittorf-Gymnasiums zu Besuch
Was braucht es eigentlich, um eine Ausstellung auf die Beine zu stellen? Ein Thema, passende Werke und einen Raum – und dann ist alles fertig? Ganz so einfach ist es natürlich nicht.
Der Kunst-Leistungskurs des Wilhelm-Hittorf-Gymnasiums befindet sich inzwischen in seinem letzten Schuljahr. Im Frühjahr kommenden Jahres soll unser Raum für Wechselausstellungen zum Ausstellungsort für die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler werden. Doch bevor die ersten Bilder gehängt und die Einladungen verschickt werden, stellt sich eine ganz grundlegende Frage: Wie plant man eigentlich eine Ausstellung?

Genau dieser Frage sind wir bei unserem ersten gemeinsamen Termin nachgegangen.
Statt bereits ein fertiges Ausstellungskonzept vorzugeben, ging es zunächst darum, gemeinsam Ideen zu sammeln und den Blick für die vielen unterschiedlichen Aufgaben zu öffnen, die hinter einer Ausstellung stecken. Denn eine Ausstellung beginnt nicht erst mit dem Aufhängen der Kunstwerke und sie endet auch nicht mit der Vernissage.
Dafür teilten wir den Kunst-LK in verschiedene Arbeitsgruppen ein. Eine Gruppe beschäftigte sich mit der Frage, wie man informiert: Welche Medien braucht eine Ausstellung? Wie können Besucher:innen etwas über die Künstlerinnen und Künstler und die Werke erfahren? Welche Informationen gehören auf Einladung, Website oder Social Media?
Eine weitere Gruppe widmete sich dem Thema Aktivierung. Wie schafft man Anlässe, die Besucher:innen neugierig machen? Was könnte es rund um die Ausstellung geben? Und wie kann eine Vernissage mehr sein als ein Abend, an dem Menschen vor Kunstwerken stehen?
Die dritte Gruppe beschäftigte sich mit den Merkmalen einer Ausstellung. Wie funktioniert eine gute Hängung? Welche Rolle spielen Raum, Licht und Abstände? Wie entsteht eine sinnvolle Reihenfolge? Und was muss man eigentlich alles bedenken, bevor ein Werk seinen Platz an der Wand findet?
Am Ende wurden die Ergebnisse zusammengetragen und gegenseitig vorgestellt. Dabei wurde schnell deutlich: Eine Ausstellung zu planen bedeutet, viele unterschiedliche Perspektiven miteinander zu verbinden. Künstlerische Entscheidungen treffen auf organisatorische Fragen, Kommunikation auf Gestaltung und die einzelnen Arbeiten auf den gemeinsamen Ausstellungsraum.
Für uns ist genau dieser Prozess besonders spannend. Denn die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Ausstellung nicht einfach bei uns zeigen: Sie sollen sie selbst mitentwickeln und gestalten!
Der Ausstellungsraum wird damit für sie zu einem Ort, an dem sie nicht nur ihre eigenen künstlerischen Arbeiten präsentieren, sondern auch ganz praktisch erfahren können, was es bedeutet, eine Ausstellung zu konzipieren.
Im Dezember kommt der Kunst-LK wieder zu uns. Dann soll es konkreter werden: Welches übergreifende Thema könnte die Ausstellung verbinden? Welche Arbeiten sollen gezeigt werden? Und wie lässt sich der begrenzte Raum so nutzen, dass möglichst alle Schülerinnen und Schüler mit ihren Arbeiten sichtbar werden?
Bis dahin gibt es also noch einiges zu diskutieren, auszuprobieren und zu entscheiden.
Wir freuen uns darauf, den Kunst-LK auf diesem Weg zu begleiten und im Frühjahr schließlich die Türen zu einer Ausstellung zu öffnen, die von Schülerinnen und Schülern gestaltet wurde.



