
Jana Spill
Jana Spill stammt aus der Nähe von Dortmund und studiert in der Malklasse von Cornelius Völker an der Kunstakademie Münster. Ihr Interesse an Kunst entwickelte sich bereits früh. Im Alter von etwa zwölf Jahren begann sie, sich zunehmend intensiv mit Kunst zu beschäftigen und einen großen Teil ihrer Freizeit dafür aufzuwenden. Die Entscheidung für ein Kunststudium entwickelte sich daraus schrittweise und führte sie schließlich nach Münster.
Bereits bei ihrer Mappenberatung an der Kunstakademie erhielt Spill einen Einblick in die Klasse, in der sie später aufgenommen wurde. Besonders überzeugten sie der Umgang mit ihren Arbeiten und die Bedeutung des Atelierstudiums. Die unmittelbare Arbeit im Atelier und die Möglichkeit, den eigenen künstlerischen Prozess über längere Zeit zu verfolgen, sind für ihre Entwicklung bis heute wichtig.
Spill arbeitet mit verschiedenen Medien, darunter Öl und Acryl, und beschäftigt sich daneben auch mit Druckgrafik und Zeichnung. Eine wichtige Rolle spielt die Fotografie. Viele ihrer Gemälde entstehen auf Grundlage eigener Fotografien. Teilweise inszeniert sie sich selbst, um genau die Situation und den Ausschnitt zu erzeugen, den sie später malen möchte. In anderen Fällen entstehen die Vorlagen spontan aus alltäglichen Beobachtungen, beispielsweise durch einen zufälligen Blick in einen Spiegel.
Im Laufe ihres Studiums hat Spill begonnen, auch die klassischen Voraussetzungen der Malerei zu hinterfragen. In einem Maltechnikkurs wurde sie dazu angeregt, mit ungewöhnlichen Bildträgern zu experimentieren. Daraus entwickelte sich ihr Interesse an Stoffen, Handschuhen und anderen Textilien. Sie untersucht, wie sich die Wirkung eines Bildes verändert, wenn die Farbe nicht auf der gewohnten Leinwand, sondern auf einem Alltagsmaterial erscheint.
Auch ihre Beschäftigung mit dem Porträt ist von dieser Offenheit geprägt. Spill interessiert sich dafür, wie viel Information ein Gesicht tatsächlich benötigt, um als Darstellung einer Person zu funktionieren. Dabei kann ein Porträt detailliert ausgearbeitet sein oder sich bewusst einer eindeutigen Lesbarkeit entziehen. Für sie entsteht Identität nicht allein durch die möglichst genaue Wiedergabe einer Person, sondern auch durch den malerischen Prozess selbst.
Zu ihren künstlerischen Einflüssen zählt insbesondere Anders Zorn. Eine Ausstellung seiner Arbeiten in Hamburg beeindruckte Spill durch die unterschiedliche Verwendung von Malerei, Aquarell und Radierung und durch die Möglichkeit, in verschiedenen Techniken dennoch eine unverwechselbare künstlerische Handschrift zu entwickeln. In ihrer eigenen Arbeit beschäftigt sie sich zunehmend mit der Frage, wie intensiv ein malerischer Prozess sein kann und welche Haltung sie als figurativ arbeitende Künstlerin entwickeln möchte.

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Boyu Zhang, der auch unter dem Namen Akino arbeitet, stammt aus China und studiert an der Kunstakademie Münster. Seine künstlerische Ausbildung begann bereits an einer Kunstoberschule in China. Dort setzte er sich früh intensiv mit Zeichnung, Farbe und den technischen Grundlagen der bildenden Kunst auseinander. Diese Ausbildung bildete die Grundlage für sein späteres Studium und seinen heutigen Umgang mit Malerei.
Die Entscheidung für Münster entstand aus seinem Interesse am dortigen malerischen Umfeld. Den Wechsel von China nach Deutschland erlebt Zhang dabei nicht nur als Wechsel des Studienortes, sondern als Begegnung mit einem anderen kulturellen und kunsthistorischen Kontext. Die unmittelbaren Unterschiede in den Ergebnissen seiner Malerei empfindet er weniger stark, da er sich bereits in China über das Internet mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern auseinandergesetzt hatte. Stärker beeinflussen ihn die unterschiedlichen historischen, kulturellen und theoretischen Zusammenhänge sowie die Begegnung mit Künstlerinnen, Künstlern und Studierenden vor Ort.
Zhang beschreibt seine gegenwärtige Situation als eine Phase der Erkundung. Viele Fragen seiner künstlerischen Arbeit sind für ihn noch nicht abschließend beantwortet. Gerade diese Offenheit ist für ihn ein wichtiger Bestandteil seiner Entwicklung. Er arbeitet häufig an mehreren Bildern gleichzeitig, da die Konzentration auf nur ein Werk für ihn zu einer gewissen Anspannung führen würde. Der Wechsel zwischen verschiedenen Arbeiten ermöglicht ihm, Abstand zu gewinnen und mit einer anderen Haltung auf die einzelnen Bilder zurückzukommen.
Seine Arbeitsprozesse beginnen teilweise mit gefundenen Bildern und Recherchen zu einem bestimmten Thema, können sich aber auch während des Malens grundlegend verändern. Zhang plant seine Arbeiten meist nicht vollständig im Voraus. Stattdessen beobachtet er die Veränderungen auf der Leinwand und reagiert unmittelbar darauf. Dabei kann es vorkommen, dass eine ursprüngliche Idee während des Prozesses an Bedeutung verliert oder sogar bewusst aufgegeben wird.
Inhaltlich beschäftigt sich Zhang unter anderem mit zeitgenössischen Bildwelten und den visuellen Codes populärer, humorvoller und parodistischer Bilder. Er untersucht, welche Metaphern und Bedeutungsstrukturen hinter solchen Bildern liegen und wie sie sich in eine eigene Bildsprache übertragen lassen. Zu den Künstlern, die ihn beschäftigen, zählen unter anderem Max Beckmann und Martin Kippenberger sowie verschiedene belgische Positionen.
Zhang versteht seine künstlerische Entwicklung derzeit bewusst als offenen Prozess. Eine endgültige Definition seiner Malerei oder ihrer Grenzen hat er für sich noch nicht gefunden. Gerade diese Suche nach einer eigenen Position bildet einen wesentlichen Bestandteil seiner gegenwärtigen Arbeit.

Jana Spill im Diskurs
Jana Spill beschäftigt sich in ihrer Malerei mit der Darstellung von Körper und Figur. Fotografische Selbstinszenierungen dienen häufig als Ausgangspunkt, werden jedoch durch Farbe, Pinselführung und ungewöhnliche Bildausschnitte in eigenständige malerische Situationen überführt. Dabei geht es ihr weniger um die möglichst genaue Darstellung einer Person als um die Frage, wie sich Identität durch den malerischen Prozess konstituiert. Auch ungewöhnliche Bildträger wie Textilien erweitern ihre Auseinandersetzung mit dem Porträt und lösen die Darstellung aus vertrauten Konventionen.
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