
Darius Konrad
Darius Konrad entwickelt seine Malerei aus der Beobachtung seiner unmittelbaren Lebenswelt. Menschen aus seinem Umfeld, Freunde, Familie und alltägliche Situationen hält er zunächst in Skizzen fest. Sein Skizzenbuch dient ihm dabei als persönliches Archiv, aus dem er einzelne Motive und Fragmente auswählt und auf der Leinwand zu neuen Konstellationen verbindet. Häufig stammen mehrere Skizzen aus derselben Situation oder einem bestimmten Zeitraum und bilden so die Grundlage für miteinander verbundene Bildwelten.
Der Übertragung persönlicher Erinnerungen in eine eigene malerische Realität kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Konrad übernimmt seine Motive nicht unmittelbar, sondern setzt sie neu zusammen. Während des Malprozesses entsteht aus den unterschiedlichen Fragmenten eine Bildwelt, die auf realen Beobachtungen beruht und diese zugleich verfremdet. Figuren und ihre Umgebung beginnen dabei zunehmend ineinander überzugehen. Zwischen Erkennbarkeit und Auflösung entstehen Bildräume, in denen sich einzelne Motive erst nach und nach erschließen.
Eine besondere Rolle spielt die Farbe Türkis. Sie zieht sich seit Beginn seines Studiums durch seine Arbeit und fungiert für Konrad wie eine farbliche Linse, durch die er seine Wirklichkeit betrachtet. Da Türkis in der natürlichen Umgebung vergleichsweise selten vorkommt, markiert die Farbe den Übergang von der beobachteten Realität in seine eigene künstlerische Welt. Gleichzeitig verbindet sie die unterschiedlichen Bildelemente und lässt Figuren, Räume und Gegenstände miteinander verschmelzen.
Konrads Arbeitsweise ist dabei bewusst strukturiert. Er arbeitet meist parallel an mehreren großformatigen Gemälden und entwickelt die Komposition auf Grundlage seiner vorbereiteten Skizzen. Dennoch bleibt Raum für Veränderungen und neue Einfälle, die sich während des Malprozesses ergeben. Die Arbeiten bewegen sich so zwischen Planung und fortlaufender Entdeckung.
Auch historische Bildwelten fließen zunehmend in seine Arbeit ein. Ausgehend von seinen Eindrücken während eines Studienaufenthalts in Wien beschäftigt sich Konrad aktuell mit Skulpturen des Klassizismus und der Frage, wie sich deren Bildsprache in eine zeitgenössische Malerei übertragen lässt. Vergangenes und Gegenwärtiges, persönliche Erinnerung und äußere Beobachtung werden dabei zu Ausgangspunkten für eine Malerei, die ihre eigene Realität konstruiert.

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Boyu Zhang, der auch unter dem Namen Akino arbeitet, stammt aus China und studiert an der Kunstakademie Münster. Seine künstlerische Ausbildung begann bereits an einer Kunstoberschule in China. Dort setzte er sich früh intensiv mit Zeichnung, Farbe und den technischen Grundlagen der bildenden Kunst auseinander. Diese Ausbildung bildete die Grundlage für sein späteres Studium und seinen heutigen Umgang mit Malerei.
Die Entscheidung für Münster entstand aus seinem Interesse am dortigen malerischen Umfeld. Den Wechsel von China nach Deutschland erlebt Zhang dabei nicht nur als Wechsel des Studienortes, sondern als Begegnung mit einem anderen kulturellen und kunsthistorischen Kontext. Die unmittelbaren Unterschiede in den Ergebnissen seiner Malerei empfindet er weniger stark, da er sich bereits in China über das Internet mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern auseinandergesetzt hatte. Stärker beeinflussen ihn die unterschiedlichen historischen, kulturellen und theoretischen Zusammenhänge sowie die Begegnung mit Künstlerinnen, Künstlern und Studierenden vor Ort.
Zhang beschreibt seine gegenwärtige Situation als eine Phase der Erkundung. Viele Fragen seiner künstlerischen Arbeit sind für ihn noch nicht abschließend beantwortet. Gerade diese Offenheit ist für ihn ein wichtiger Bestandteil seiner Entwicklung. Er arbeitet häufig an mehreren Bildern gleichzeitig, da die Konzentration auf nur ein Werk für ihn zu einer gewissen Anspannung führen würde. Der Wechsel zwischen verschiedenen Arbeiten ermöglicht ihm, Abstand zu gewinnen und mit einer anderen Haltung auf die einzelnen Bilder zurückzukommen.
Seine Arbeitsprozesse beginnen teilweise mit gefundenen Bildern und Recherchen zu einem bestimmten Thema, können sich aber auch während des Malens grundlegend verändern. Zhang plant seine Arbeiten meist nicht vollständig im Voraus. Stattdessen beobachtet er die Veränderungen auf der Leinwand und reagiert unmittelbar darauf. Dabei kann es vorkommen, dass eine ursprüngliche Idee während des Prozesses an Bedeutung verliert oder sogar bewusst aufgegeben wird.
Inhaltlich beschäftigt sich Zhang unter anderem mit zeitgenössischen Bildwelten und den visuellen Codes populärer, humorvoller und parodistischer Bilder. Er untersucht, welche Metaphern und Bedeutungsstrukturen hinter solchen Bildern liegen und wie sie sich in eine eigene Bildsprache übertragen lassen. Zu den Künstlern, die ihn beschäftigen, zählen unter anderem Max Beckmann und Martin Kippenberger sowie verschiedene belgische Positionen.
Zhang versteht seine künstlerische Entwicklung derzeit bewusst als offenen Prozess. Eine endgültige Definition seiner Malerei oder ihrer Grenzen hat er für sich noch nicht gefunden. Gerade diese Suche nach einer eigenen Position bildet einen wesentlichen Bestandteil seiner gegenwärtigen Arbeit.

Darius Konrad im Diskurs
Darius Merlin Konrad entwickelt seine Malerei aus Fragmenten persönlicher Erinnerungen und alltäglicher Beobachtungen. Zeichnungen aus seinem unmittelbaren Umfeld werden neu kombiniert und auf der Leinwand zu komplexen Bildräumen verdichtet. Figuren und Umgebung gehen dabei zunehmend ineinander über. Die Farbe Türkis fungiert als charakteristischer Filter, durch den Konrad seine persönliche Wirklichkeit in eine eigenständige Bildwelt übersetzt. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion und fordern dazu auf, Figuren, Räume und ihre Beziehungen immer wieder neu zu erkennen.
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